Thomas Müller in einem anderen Trikot als in jenem des Rekordmeisters? Unvorstellbar.
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Thomas Müller in einem anderen Trikot als in jenem des Rekordmeisters? Unvorstellbar.

Wohl keine DFB-Rückkehr

Thomas Müller und der FC Bayern: Eine innige Liebe

  • vonDaniel Müksch
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Bayern-Profi Thomas Müller nähert sich seiner Bestform an, nicht aber der Nationalmannschaft.

Bereits vor dem Anpfiff machte sich am Sonntagabend in der Münchner Arena unter den Bayern-Fans erste Unruhe breit: „Hast Du gehört, Joachim Löw hat Thomas Müller gerade wieder die Tür zur EM aufgemacht?“, rauschte es durch die Ränge. Als die Zitate des Bundestrainers allerdings dann im Wortlaut eintrudelten, folgte doch die Ernüchterung.

Bundes-Jogi hatte lediglich davon gesprochen, dass er nur, wenn etwas „Außergewöhnliches“ passiert, von seinem Weg mit jungen Spielern abweichen würde. Ein kleines Hintertürchen also nur, das sich der Bundestrainer offenhält, nachdem er Müller aus der Fußball-Nationalmannschaft verbannt hat. Er wolle allerdings auch künftig lieber auf Spieler wie Serge Gnabry, Julian Brandt und Leroy Sané setzen.

Nach dem 0:0 gegen RB Leipzig nutzte Thomas Müller dann auch nicht die Gelegenheit, um sich wieder als EM-Teilnehmer ins Gespräch zu bringen, sondern demonstrierte seine Leidenschaft für den FC Bayern. Als Sky-Reporter Sebastian Hellmann den 30-Jährigen nach einem möglichen DFB-Comeback fragte, konterte der Bayern-Star prompt: „Diese EM interessiert mich aktuell überhaupt nicht. Mich interessiert dieses Wappen.“ Müller zeigte demonstrativ auf das Münchner Vereinslogo auf seinem Trikot.

Diese öffentliche Liebesbekundung ist der Höhepunkt in der Annäherung des Bayers an seinen Arbeitgeber. Noch vor wenigen Monaten sah es ganz anders aus. Da fungierte er immer häufiger unter Trainer Niko Kovac als Ersatzspieler und mutierte zum prominenten Kurzarbeiter. Sechsmal nacheinander musste der hundertfache Nationalspieler auf der Bank Platz nehmen. Ein Wechsel in der Winterpause schien nicht unmöglich.

„Verlängerter Arm“ von Flick

Ein Gedanke, bei dem den Bayernfans das rote Blut in den Adern gefror. Thomas Müller in einem anderen Trikot als in jenem des Rekordmeister? Unvorstellbar – für viele Anhänger sogar unverzeihlich. Doch mit dem Abschied von Coach Kovac kehrte langsam auch der alte Thomas Müller zurück. Seit der Kovac-Trennung war Müller in zehn Bundesligaspielen an satten 13 Treffern beteiligt. „Thomas performt aktuell sehr gut und wir sind natürlich zufrieden. Außerdem ist er einer, der den anderen Spielern taktische Dinge weitergeben kann“, lobt Trainer Hansi Flick den gebürtigen Bayer derzeit, wo er nur kann. Und erhöht ihn gar zu seinem „verlängerten Arm auf dem Platz“.

Zwar vermied Müller bis zuletzt ein Bekenntnis zum FC Bayern über den Sommer 2020 hinaus. Aber nach seinen Auftritten in den vergangenen Wochen und der stürmischen Leidenschaft, die diese Beziehung nun wieder trägt, muss man kein Wahrsager sein, um zu prophezeien: Diese Liebe geht in die Verlängerung.

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