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Ende nach nur 104 Tagen auf dem Trainerstuhl: Thierry Henry.

AS Monaco

Henry in Monaco schon wieder weg

Für Thierry Henry war nach nur 104 Tagen als Monaco-Trainer Schluss. Zwei Jahre nach dem Einzug ins Champions-League-Halbfinals steht der Klub vor einem Scherbenhaufen.

Das unwürdige Aus für „König Henry“ passte ins Bild. Thierry Henry sei nicht etwa entlassen, sondern „suspendiert, bis eine Entscheidung gefallen ist“, teilte der tief gefallene französische Vizemeister AS Monaco in knappen Worten mit. Ganz so, als ob der Weltmeister von 1998 noch eine Zukunft bei seinem Ex-Klub hätte. Henry hatte da längst die Stadt verlassen, nach nur 104 Tagen auf dem Trainerstuhl.

Es sei „demütigend und respektlos, eine absolute Legende so zu behandeln“, schrieb Englands Fußball-Ikone Gary Lineker daraufhin bei Twitter: „Wenn ihr ihn feuern wollt, dann feuert ihn.“ Am Ende waren es wohl finanzielle Fragen, die zu der vorsichtigen Formulierung führten. Monaco droht eine Abfindungszahlung von bis zu acht Millionen Euro an Henry, dessen Vertrag bis 2021 läuft.

Dabei sollte gerade Monaco das nötige Kleingeld haben. Im Sommer 2018 war der einstige Serienmeister der erste Klub der Geschichte, der bei seinen Transfereinnahmen die 300-Millionen-Euro-Marke knackte. Allein für Jungstar Kylian Mbappe gab es aus Paris die noch fehlenden 135 Millionen, auch Thomas Lemar (70 Mio.), Fabinho (45 Mio.) und Kongolo (20 Mio.) spülten Geld in die Kasse. Das Problem: Alle Einnahmen halfen nicht dabei, eine funktionierende Mannschaft zu erstellen. Monaco, vor zwei Jahren noch Champions-League-Halbfinalist, steht auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Auch Henry konnte in seinen nur dreieinhalb Monaten die Talfahrt nicht stoppen. Mit der Mannschaft um die ehemaligen Bundesligaprofis Diego Benaglio und Benjamin Henrichs sowie den jüngst aus Schalke geholten Naldo verbuchte er ganze zwei Siege aus zwölf Ligaspielen. „Wie oft mag Henry den Drang verspürt haben, seine Shorts anzuziehen, um ein Spiel zu drehen?“, schrieb die Zeitung Le Monde. Die L‘Equipe titelte nach der Trennung schlicht: „Wie ein Orkan!“

Dabei hat Henry auch Fehler gemacht. Beim jüngsten 1:5 gegen Racing Straßburg beleidigte er einen Spieler des Gegners auf unterstem Niveau. Als er am Donnerstag dann mehrere Spieler in die zweite Mannschaft verbannte, ohne seine Vorgesetzten zu informieren, hatte der Klub offenbar genug.

Für den ehemalige Weltklassestürmer war Monaco die erste Station seiner Trainerkarriere. Zuvor hatte er als Assistent der belgischen Nationalmannschaft gearbeitet und bei der WM in Russland Platz drei belegt. In Monaco hatte einst auch die Spielerkarriere des 41-Jährigen begonnen, die ihn später unter anderem zum FC Arsenal und zum FC Barcelona führte.

Ohnehin befindet sich Monaco in einer völlig verkorksten Saison. Klubpräsident Dmitri Rybolowlew wurde im vergangenen November in Zusammenhang mit einem Justizskandal vorübergehend in Gewahrsam genommen. Zudem geriet der Klub wegen angeblicher illegaler Handgeld-Zahlungen bei der Verpflichtung von Jugendspielern ins Zwielicht.

Und wie geht es weiter? Monaco will angeblich Henrys Vorgänger Leonardo Jardim zurückholen. „Unglaublich, aber wahr. Der Vorgänger wird der Nachfolger“, mutmaßte Le Parisien. Und Henry muss hoffen, nach seinem 104-Tage-Abenteuer nicht verbrannt zu sein. „Es stellt sich die Frage, wer bereit ist, ihm noch eine Chance zu geben“, schrieb Le Monde. (sid)

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