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Erfolgsgarant: Simon Terodde.

VFB Stuttgart

Terodde lässt VfB träumen

Tabellenführer VfB Stuttgart träumt dank Torjäger Simon Terodde vom direkten Wiederaufstieg.

Stuttgarts Trainer Hannes Wolf schloss Matchwinner Simon Terodde überglücklich in die Arme, dann schickte er seine „Lebensversicherung“ im Aufstiegskampf mit den Kollegen zum Gästeblock. Dort gaben 2000 VfB-Fans das Motto des Abends vor: „Nie mehr 2. Liga!“

Dank Terodde, der das hart erarbeitete 3:2 (0:1) des Tabellenführers am Montagabend beim abstiegsbedrohten Arminia Bielefeld per Doppelpack gesichert hatte, darf der VfB mehr denn je träumen. „Seine Tore sind unglaublich wichtig für uns“, sagte Wolf. Die Saisontreffer Nummer 18 und 19 (54./89.) des treffsichersten Zweitliga-Schützen seien überdies „zwei fantastische Tore“ gewesen: „Das kann er gerne noch ein paar Mal so machen.“

Nach einer dürftigen ersten Hälfte und dem Rückstand durch den Ex-Stuttgarter Christoph Hemlein (15.) glich Terodde zunächst per Außenrist-Lupfer aus. Vorausgegangen war ein Dribbling gegen gleich vier (!) Arminen – nicht schlecht für einen 1,92 m großen Sturmtank, dem die taz einst liebevoll die „Dynamik eines bekifften Pandas“ attestiert hatte.

Alexandru Maxim brachte den VfB mit einem Traumtor aus 44 m nach Patzer von Arminia-Torwart Daniel Davari in Führung (51.), ehe Reinhold Yabo einen Fehler von VfB-Schlussmann Mitch Langerak zum zwischenzeitlichen 2:2 nutzte (73.). Kurz vor dem Ende schlug Terodde per Lupfer aus vollem Lauf erneut zu. „Da hat er ein feines Füßchen bewiesen“, lobte Mitspieler Timo Baumgartl. Terodde meinte: „Ich hatte vorher schon drei Chancen, zum Schluss war ich dann nochmal dran und bin cool geblieben.“

Vor dem Spitzenspiel am kommenden Montag gegen Union Berlin führt Teroddes VfB die Tabelle mit 57 Punkten vor Mit-Absteiger Hannover 96 (56) an. Berlin und Eintracht Braunschweig (je 54) folgen. „Wir haben eine gute Ausgangsposition“, sagte Terodde. Doch der 29-Jährige mahnte auch, weiter an den erneut aufgetretenen Fehlern zu arbeiten.

Sein Kollege Matthias Zimmermann war da forscher. „So Spiele muss man einfach ziehen, so steigt man auf“, sagte er. Zumal, wenn man einen Stürmer wie Terodde habe: „Mit der Qualität können wir immer ein Tor machen, egal wann.“

Ein Schlüssel war aber auch Wolfs Personalpolitik. Maxim, der über Wochen weg vom Fenster war, zahlte das Vertrauen wie zuletzt im Derby gegen den Karlsruher SC (2:0) zurück. Und Daniel Ginczek, den Wolf in der Schlussviertelstunde für den erst zur Pause eingewechselten Anto Grgic brachte, bereitete den Siegtreffer „top“ vor, wie Wolf lobte. „Wir haben eine unfassbare Mentalität gezeigt, das war enorm stark“, befand Terodde.

Bielefeld dagegen kassierte trotz beherztem Spiel die erste Niederlage im vierten Spiel unter Jeff Saibene und droht als Tabellen-17. weiter in die 3. Liga abzusteigen. „Das ist eine sehr bittere Niederlage, die Mannschaft war kämpferisch voll am Limit“, sagte Saibene. Dennoch sei er nach dieser „Top-Leistung zuversichtlich für die Zukunft“. (sid)

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