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Kein Problem für den Ballzauberer: Philippe Coutinho erzielt sein zweites Bayern-Tor.

Paderborn - Bayern München 2:3

Tanzen mit dem Ball

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Philippe Coutinho verzaubert die Bayern - und Thomas Müller ist der Leidtragende.

Ob Philippe Coutinho schon einmal zuvor von der Stadt Paderborn gehört hatte, geschweige denn vom Dörfchen mit dem Namen Störmede – dort bereiteten sich die Bayern auf das Spiel am Nachmittag vor -, ist nicht überliefert, wahrscheinlich ist es nicht. Spätestens seit Samstagnachmittag kennt sich die brasilianische Leihgabe des FC Barcelona in Ostwestfalen aber besser aus – und auch dort weiß jetzt der Letzte, was der 27-Jährige für ein feiner Fußballer ist.

Nachdem Coutinho in der Vorwoche gegen Köln noch das Elfmeter-Geschenk von Robert Lewandowski benötigte, um sein Münchner Torkonto zu eröffnen, schlug er dieses Mal aus dem laufenden Spiel zu. Dieses Mal hatte sich der Brasilianer einen neuen Spielpartner ausgesucht: Serge Gnabry. Erst setzte Coutinho den deutschen Nationalspieler mit einem Traumpass in Szene – 1:0 (15.). Dann revanchierte sich Gnabry mit der Vorlage zum zweiten FCB-Treffer (55.), Coutinho brauchte die Kugel nur noch ins Leere Tor schieben.

Ohne Starallüren

Sportdirektor Hasan Salihamidzic schwärmte: „Philippe ist für die Jungs ein sehr angenehmer Mannschaftskollege, er hat überhaupt keine Star-Allüren. Er ist ein super Junge, der alle respektiert und sehr demütig ist.“ So weit zu dem, was hinter verschlossenen Türen passiert. Zur sportlichen Darbietung des Brasilianers meinte „Brazzo“: „Ich weiß nicht, ob es besser als in der ersten Halbzeit geht – wie er den Ball behandelt, wie er sich bewegt. Trotzdem hat er noch Luft nach oben. Wenn er noch ein paar Wochen in den Beinen hat, wird er noch besser.“ Das darf die Bayern-Konkurrenz durchaus als Drohung verstehen.

Schon früh in der Saison zeigt sich, dass Coutinho voraussichtlich kein zweiter James Rodriguez wird. Der Kolumbianer, für zwei Spielzeiten von Real Madrid ausgeliehen, ähnelte dem Brasilianer auf den ersten Blick doch sehr. Aber dieser Eindruck täuscht. James zeigte in München teilweise überragende Leistungen, schaffte es aber eben nicht, sich dauerhaft einen Stammplatz zu erkämpfen. Zu ähnlich war er Mittelfeld-Dirigent Thiago, kam lieber aus der Tiefe als eine feste Position im Offensivzentrum zu besetzen. Coutinho hingegen gibt dem Bayern-Spiel etwas, das bisher fehlte. Der quirlige Dribbler positioniert sich bedeutend weiter vorne, nutzt kleinste Lücken, setzt seine Mitspieler in vollem Tempo ein. All das sorgte auf den Rängen des Paderborner Stadions für ein regelmäßigen Raunen – so einen Kicker sehen sie hier nicht oft.

Coach Niko Kovac erklärte: „Das sieht teilweise aus wie Tanzen mit dem Ball. Er weiß immer, was er wie wo wann mit dem Ball machen muss.“ Der einzige Leidtragende der Liaison zwischen FCB und Coutinho ist Thomas Müller. Er drückte zuletzt drei Mal in Folge die Bank, kam in diesen Partien nur auf 36 Einsatzminuten. Noch nimmt der 30-Jährige das sportlich.

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