Darmstadt 98

Taktikspagat an der Bremer Brücke

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Bei Aufsteiger Osnabrück ist Darmstadt 98 in Angriff und Abwehr gleichermaßen stark gefordert.

In den ersten beiden Spielen der frisch angelaufenen Zweitligasaison hat der SV Darmstadt 98 bisweilen mit Vergnügen auf den Ball verzichtet. Beim 1:1 zum Auftakt beim Hamburger SV kam die Mannschaft auf einen durchschnittlichen Ballbesitzwert von 33 Prozent. Am zweiten Spieltag genügten gar im eigenen Stadion 28 Prozent, um Holstein Kiel am Ende mit 2:0 zu besiegen. Entscheidend ist eben nicht, wie oft ein Team am Ball ist, sondern was es damit anstellt. Das weiß natürlich auch Dimitrios Grammozis, der Trainer der Lilien aus Darmstadt.

Auch wenn seine Mannschaft am Montagabend (20.30 Uhr) beim Aufsteiger VfL Osnabrück zum ersten Mal in der Zweitligasaison so etwas wie Favorit ist, heißt das nicht automatisch, dass der Ballbesitzwert in ungeahnte Höhen schnellen wird. Grammozis, 42, stieg auf der Pressekonferenz zum Spiel gar in eine Grundsatzdebatte zum Thema ein. „Ich denke, man sollte sich generell davon lösen, Ballbesitz mit Dominanz gleichzusetzen“, erklärte der Fußballlehrer: „Ich definiere Dominanz im Spiel nicht über Ballbesitz, und das muss auch am Montag nicht so sein. Osnabrück ist keine Mannschaft, die zu Hause lange abwarten wird, das haben die letzten Spiele gezeigt.“ Beim unglücklichen 2:3 im DFB-Pokal gegen die Luxustruppe von RB Leipzig war die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune in allen Bereichen voll auf Augenhöhe, außer natürlich in puncto individuelle Klasse. In der Liga hatten die Norddeutschen zuletzt im Auswärtsspiel in Sandhausen den ersten Dreier ergattert.

Die Defensive als Basis

Grammozis erwartet jedenfalls einen aggressiven Gegner im stimmungsvollen Stadion an der Bremer Brücke, das umso stimmungsvoller ist, wenn das Flutlicht angeht. „Solche Spiele sind das, was jeder Fußballer haben möchte“, sagte der Trainer. Und natürlich wolle man auch weiterhin „mit dem Ball Lösungen erspielen und nicht nur den Ball nach vorne hauen. Man darf aber nicht vergessen, dass der Fokus ganz klar darauf liegt, die Gegentore zu minimieren. Das ist uns in den ersten Spielen gegen starke Gegner sehr gut gelungen. Jetzt gilt es, diese Basis weiter zu behalten, aber darüber hinaus fußballerische Lösungen zu finden.“ Das eine tun ohne das andere zu lassen: Der klassische Taktikspagat im Fußball.

Beim lockeren 6:1 beim Fünftigisten Oberneuland im Pokal konnten die Lilien zuletzt schon mal die Rolle des Spielgestalters einüben. Gut möglich, dass Grammozis auch wieder auf den technisch versierten Fabian Schnellhardt als Sechser zurückgreift, um für mehr Ballsicherheit zu sorgen. Und vielleicht sogar Dominanz.

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