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Tagebuch zur WM 2022: Mail von meinem Bruder

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Von: Jan Christian Müller

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Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar.
Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar. © afp/dpa/Imago/N. Bruckmann/M. Litzka (Montage)

Jan Christian Müller berichtet live von der WM 2022. In seinem Tagebuch schreibt er über die Ereignisse vor Ort.

Doha – Mein Bruder Lutz aus Erlangen hat mir geschrieben. Er liest regelmäßig den WM-Blog, obwohl er jeden Morgen spätestes um halb sechs aufsteht und abends - nach der Arbeit in seiner Praxis oder im Operationssaal - oft so müde ist, dass er auf der Couch schnell einschläft (hoffentlich darf ich das hier schreiben, Lutz? Egal, ist jetzt eh zu spät).

Bei großen Turnieren sind in der Vergangenheit immer alle hellwach geblieben. Mein Bruder hat stets die Bude vollgehabt. Er und seine Frau Nadia haben drei total fußballverrückte Söhne mit entsprechend vielen Freunden. Ich habe im letzten EM-Blog viel über sie geschrieben, weil die Nationalmannschaft 2021 in Herzogenaurach Quartier bezogen hatte und ich deshalb in Erlangen bei meinem Bruder gewohnt habe - manche von euch erinnern sich vielleicht. Ich habe hier noch mal ein Bild von den drei Jungs verlinkt, das ich im Sommer 2021 gemacht habe: Linus, Lasse und Ole, der inzwischen einen halben Kopf größer geworden ist.

Jedenfalls schrieb mir Lutz jetzt dies: „Leider überhaupt (!!!) keine WM-Stimmung hier. Hätte nicht gedacht, dass das so krass überhaupt nicht interessiert, so, als ob überhaupt keine Fußball-WM stattfinden würde. Nix bei uns geplant. Sonst war die Bude voll. Kein einziges Auto mit Deutschlandfahne.“

Tja, das sind also gerade (abgesehen davon, dass es geschneit hat) die Rückmeldungen, die ich aus Deutschland bekomme. Und wenn mein Bruder - der ein riesengroßer Werder-Fan ist und sich wundert, weshalb sein jüngster Sohn Ole ausgerechnet die Bayern mag – schon sagt, dass die Stimmung mau ist, dann sollte die Nationalmannschaft tunlichst ein paar Doppelpässe hinkriegen und Spiele gewinnen, um daheim so etwas wie eine WM-Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Inwieweit das hier in Katar der Fall ist, obwohl es vor und in den Stadien kein Bier gibt und Fifa und Ausrichter Katar immer wieder was Neues einfällt, muss ich noch erspüren. Kommt dann in einem der nächsten Tagebücher. Was ich sagen kann: Im Pressezentrum des DFB war es am Wochenende bei der Pressekonferenz bei Oliver Bierhoff, Manuel Neuer und Youssoufa Moukoko proppevoll. Internationale Medien, deutsche Presse. Alle da. Auch dazu später in dieser Woche mehr hier im WM-Blog.  (Jan Christian Müller)

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