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SV Darmstadt 98 mit dickem Ausrufezeichen

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Von: Daniel Schmitt

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Zum neunten Mal nacheinander ungeschlagen: die Fußballer des SV Darmstadt 98.
Zum neunten Mal nacheinander ungeschlagen: die Fußballer des SV Darmstadt 98. © Ulrich Hufnagel/Imago

Der SV Darmstadt 98 siegt in Paderborn und ist jetzt Tabellenzweiter - nur der Hamburger SV ist derzeit noch besser.

Marcel Schuhen, der Torhüter im gelben Gewand, schrie seine Freude heraus, lange, laut, ganz so, als habe er gerade einen wichtigen Sieg mit seinen Kollegen vom Fußballzweitligisten SV Darmstadt 98 errungen. Hatte er auch, zumindest indirekt in dieser siebten Spielminuten der Abendpartie zwischen dem SC Paderborn und den Gästen aus dem Hessischen. Denn Schuhen, die „geile Sau“, wie er stets von den eigenen Fans gefeiert wird, so auch diesmal, hatte just in diesem Moment einen Elfmeter plus anschließendem Schuss pariert, damit das frühe 0:2 im Spitzenspiel verhindert und höchstwahrscheinlich auch eine Niederlage.

Bald zwei Stunden später, identisches Stadion, die andere Seite des Spielfeldes: Marcel Schuhen schrie seine Freude heraus, lange, laut, ganz so, als habe er gerade einen wichtigen Sieg mit seinen Kollegen vom SV Darmstadt 98 errungen. Hatte er, diesmal endgültig. Die Hessen setzten sich trotz eines Schlafmützen-Starts und dank einer deutlichen Leistungssteigerung nicht unverdient mit 2:1 (2:1) in Paderborn durch. Sie sind jetzt Tabellenzweiter, lediglich der Hamburger SV, der das zweite Topspiel des Freitagabends ebenfalls mit 2:1 bei Hannover 96 gewann, liegt noch vor den Lilien.

Dabei begann das Spiel aus Sicht der Gäste so, wie es auf keinen Fall hätte beginnen sollen - mit überforderten Darmstädter Verteidigern. Nachdem sich Matthias Bader und Patric Pfeiffer nicht einig wurden, wer denn nun den langen Ball abwehren sollte, spritzte der Paderborner Robert Leipertz dazwischen und traf früh zum 1:0 (3.). Ein Fehlstart par excellence aus Sicht der Lilien, der nur dank Schuhens Elferparade nicht schon eine wahrscheinliche Pleite bedeutete. Von den letzten neun Strafstößen gegen Schuhen landeten damit nur vier im Tor. „Es geht darum, sich die Schützen vor dem Spiel genau anzuschauen und sie zu analysieren“, benannte der Darmstädter Publikumsliebling sein Erfolgsrezept, um noch ehrlich nachzuschieben: „Es ist aber auch ein bisschen Gefühlssache.“ Sicher ist: Die vereitelte Großchance war für die Achtundneunziger ein Hallo-Wach-Erlebnis.

Fortan nämlich nahmen sie auch am Spiel teil - und wie: Erst köpfte Braydon Manu eine Flanke zum Ausgleich ins Netz (10.), dann Jannik Müller eine Freistoßflanke zum 2:1 (24.). Beide Male schlug Tobias Kempe, der beste Vorbereiter der Liga, die Bälle platziert in den Strafraum. Kempe steht nun bei sechs Assists.

In Hälfte zwei entwickelte sich ein wesentlich taktischeres Spiel, längst nicht mehr so wild geführt, vor allem von den Gästen nicht. Die Lilien verteidigten sehr konzentriert. Angeführt vom überragenden Abwehrchef Christoph Zimmermann, der den zuletzt bei einem Länderspiel für Albanien verletzten Klaus Gjasula (Muskelbündelriss im Oberschenkel) in dieser Rolle ersetzte, ließen sie im Grunde nur noch Fernschüsse zu. Und selbst konterten die Gäste gefährlich. Nach 67 Minuten traf der mit nach vorne geeilte Rechtsverteidiger Bader nur den Außenpfosten. Und hinten hielt die Abwehr den Angriffen stand - allen voran dank eines guten Torhüters Marcel Schuhen.

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