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SV Darmstadt 98: Die Geburt eines Traums

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Von: Jakob Böllhoff

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Zeigten sich gegen Ingolstadt erstmals als gut harmonierendes Sturmduo: Phillip Tietz (links) und Luca Pfeiffer.
Zeigten sich gegen Ingolstadt erstmals als gut harmonierendes Sturmduo: Phillip Tietz (links) und Luca Pfeiffer. © Oliver Zimmermann/Imago

Wie sich gegen der FC Ingolstadt das Darmstädter Schicksal wandte - und ein Sturmduo seine Klasse unterstrich.

Es war der perfekte Tag, um das Glück an sich zu reißen. Die Sonne strahlte über Darmstadt an diesem 15. August 2021, das Thermometer kletterte über die 30-Grad-Marke, und die Lilien, wie die Fußballer des SV Darmstadt 98 genannt werden, blühten endlich auf. Mit 6:1 besiegten sie den FC Ingolstadt am dritten Spieltag der Zweitligaspielzeit, es war das furiose Ende einen Saisonstarts zum Vergessen, mit x Verletzten und Corona-Fällen und Niederlagen in Liga und Pokal, und es war die Geburtsstunde eines Traums.

Gut fünf Monate später sieht die Welt ja ganz anders aus am Darmstädter Böllenfalltor. Wenn die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht am Samstag (13.30 Uhr/Sky) zum Rückspiel in Ingolstadt antritt, tut sie das nicht mehr als vom Schicksal zerzaustes Sorgenkind, sondern als Aufstiegskandidat. Zweiter Tabellenplatz, stabile Form. Den Darmstädtern ist alles zuzutrauen.

Das liegt auch an einem Sturmduo, das beim Hinspiel gegen Ingolstadt zum ersten Mal der breiteren Öffentlichkeit zeigte, wie gut es harmoniert. Die Neuzugänge Luca Pfeiffer, 25, und Phillip Tietz, 24, hatten zuvor bereits ihre Klasse angedeutet, aber gegen die Ingolstädter lieferten sie den schlagenden Beweis mit vier Toren, je einem Doppelpack. Inzwischen steht Pfeiffer bei elf Treffern, Tietz bei zwölf, und längst ist der Abschied von Serdar Dursun verschmerzt, den es als Zweitliga-Torschützenkönig (27 Tore) nach Istanbul zog.

Kleine Torkrise

Für Tietz wird der Auftritt in Ingolstadt dabei noch auf einer anderen Ebene zu einer Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Trainer bei den Bayern ist nämlich Rüdiger Rehm, unter dem Tietz beim SV Wehen Wiesbaden zwei Jahre lang reüssierte, ehe er im Sommer dem Ruf der Lilien folgte. Rehms berufliche Laufbahn hat sich seitdem nicht so vorteilhaft entwickelt wie bei Tietz. Im Oktober beim Drittligisten SVWW entlassen, heuerte er im Dezember bei den Ingolstädtern an, damals wie heute Tabellenletzter in Liga zwei. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt schon sieben Zähler.

Natürlich warnte Lilien-Coach Lieberknecht trotzdem vor dem Gegner. „Die Ingolstädter Mannschaft ist nicht mit der zu vergleichen, gegen die wir im Hinspiel gespielt haben“, sagte der 48-Jährige. „Gerade im Defensivbereich haben sie nachjustiert und viel investiert. Außerdem hat die Sturmreihe von Ingolstadt große individuelle Qualität.“

Nicht so große Qualität allerdings wie die Darmstädter, wobei es der perfekte Zeitpunkt wäre für Phillip Tietz und Luca Pfeiffer, ihre Klasse wieder zu unterstreichen: Seit drei Spielen warten die beiden auf Tore.

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