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DFB ist optimistisch, bis 21. August einen Präsidenten zu präsentieren.

Es soll bloß niemand glauben, dass die dringendste Personalie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) schon erledigt ist, bloß weil Peter Peters seinen Dienstwagen am Freitag auf dem eigentlich dem Präsidenten vorbehaltenen Parkplatz abgestellt hatte. Der Geschäftsführer des FC Schalke 04 wird künftiger Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball-Liga (DFL), aber nicht noch den vakanten DFB-Posten übernehmen.

So sah Rainer Koch auch einigermaßen gelassen aus, als der 1. Vizepräsident Amateure darüber informierte, dass alles im Fluss sei. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen, am 21. August der Generalversammlung der Liga und fast zeitgleich den Regional- und Landesverbänden in Berlin die neue Kandidatin oder den neuen Kandidaten vorschlagen.“ Vollständig abgeschlossen sei der Prozess noch nicht.

Die sechsköpfige Findungskommission – mit je drei DFB- und DFL-Spitzenvertretern besetzt – hat bekanntlich eine „Short List“ entwickelt. Der DFB-Interimspräsident wollte auf Einzelheiten und einzelne Namen partout nicht eingehen – auch zu Uli Hoeneß gab es kein Dementi. „So viele Namen wie ein WM-Kader hat, stehen nicht drauf.“ Also keine 23. Ziemlich sicher aber sind Frauen unter den vermutlich zehn bis zwölf Auserkorenen. Während Ex-Nationalspielerin Nadine Keßler (31) noch zu unerfahren ist, wäre das ehemalige HSV-Vorstandsmitglied Katja Kraus (48) durchaus geeignet. Es gebe keine Benachteiligung beim Geschlecht, betonte Koch.

Der 60 Jahre alte Jurist wehrte sich gegen Vorwürfe, der zusammen mit der Personalberatung Egon Zehnder betriebene Prozess laufe im Verborgenen ab, nur weil die Namen nicht öffentlich diskutiert werden. „Es ist transparent und demokratisch.“ Theoretisch könnten Liga oder Landesverbände bis zum 29. August noch weitere Personen vorschlagen, die beim DFB-Bundestag am 27. September zur Präsidentenwahl antreten. Aber das wird kaum passieren.

Die am Freitag in die Antragsform gegossene Satzung sieht vor, dass die wirtschaftlichen Aufgaben in die DFB GmbH ausgelagert werden. Die ideellen Aufgaben verbleiben im gemeinnützigen e.V. „Operativen Aufgaben und sportpolitische Lenkungsfunktion sollen klar getrennt werden“, erklärte Koch, weil die bisherige Struktur den Präsidenten „zerrieben“ habe: „Der Aufgabenzuschnitt hat es unter den Rahmenbedingungen unmöglich gemacht, dauerhaft im Amt zu bleiben.“

Eine Schlussfolgerung: Die Richtlinienkompetenz des DFB-Bosses für Nationalmannschaft und Leistungssport ist Geschichte. Damit wird Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff noch mächtiger als ohnehin, erhält aber kein Stimmrecht mehr im Präsidium. Nicht alle heißen die Entmachtung gut. „Ich habe ein bisschen die Sorge, dass der Präsident des DFB – überspitzt gesagt – reduziert werden soll auf einen Grüß-Gott-August. Das darf nicht der Fall sein“, warnte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Koch versprach gestern: „Es wird sich nicht um einen schwachen Präsidenten handeln. Er wird deshalb eine starke Person bleiben, weil sie nämlich mit dem neuen Profil länger im Amt bleiben kann.“ Am besten parkt sie gleich wieder in der ersten Reihe, damit gar keine Zweifel aufkommen.

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