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VfB-Angreifer Mario Gomez (l) ist vor Bremens Theodor Gebre Selassie am Ball.

2:1-Erfolg

VfB Stuttgart schlägt Bremen

Die bislang ungeschlagenen Bremer kassieren beim 1:2 in Stuttgart die erste Niederlage der Saison. Die Zuschauer sehen eine wilde Fußball-Party inklusive Eigentor-Wahnsinn, Bremer Unterzahl und Pfostenschüssen.

Den Platz in den Saisonrückblicken hat Ron-Robert Zieler durch eines der kuriosesten Eigentore der Bundesliga-Geschichte sicher. Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler konnte der Stuttgarter Torhüter trotz des 2:1 (1:0) und des ersten Saisonsiegs des VfB Stuttgart nur mühsam über die Situation in der 68. Minute lächeln. Beim Pay-TV-Sender Sky antwortete er auf die Schuldfrage: „Das ist mir scheißegal. Das klären wir intern.“ So wie Jean-Marie Pfaff auch nach Jahrzehnten noch mit dem Einwurfgegentor in seinem ersten Spiel für Bayern München von Werder Bremens Uwe Reinders aus dem Jahr 1982 in Verbindung gebracht wird, so wird die Szene untrennbar mit Zieler verbunden bleiben.

Die alleinige Verantwortung für den zwischenzeitlichen Ausgleich in einer am Ende wilden Partie hatte der Ex-Nationaltorwart aber nicht. Der Stuttgarter Linksverteidiger Borna Sosa schmiss einen Einwurf in Richtung des eigenen Kastens, obwohl Zieler mit seinem Stutzen beschäftigt und unaufmerksam war. Alarmiert von den Rufen reagierte Zieler noch scheinbar rechtzeitig, doch der Ball sprang über seinen Fuß und kullerte ins Tor. Äußerst bitter: Hätte Zieler gar nichts gemacht und eine Berührung vermieden – Bremen hätte laut Regelwerk nur einen Eckball bekommen.

So aber zählte der Treffer und half dem VfB nach Meinung des Ex-Nationalstürmers Mario Gomez sogar zurück in die Spur zum ersten Saisonsieg gegen die bis Samstag noch ungeschlagenen Werderaner. „Lustigerweise, als der Ball ins Tor ging für Bremen, wusste ich: Jetzt gewinnen wir. Ich war mir sicher, so verlieren wir nicht“, berichtete Gomez über seinen ersten Gedanken inmitten der ungläubigen Blicke auf dem Platz und den Rängen.

Bis dahin hatte sich der VfB trotz der Führung von Anastasios Donis (19.) und der Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für Milos Veljkovic (36.) schwer gegen die weiter offensiv und nach dem gelungenen Saisonstart voller Selbstvertrauen spielenden Gäste getan. „Nach der Karte haben wir es nicht gut gemacht. Bremen war besser, was nicht sein darf“, monierte der starke Daniel Didavi nach seinem Comeback für den VfB und empfand das Gegentor ebenfalls als Wendepunkt in der Begegnung: „Danach haben wir es wieder besser gemacht.“ Der für den verletzten Dennis Aogo eingewechselte Gonzalo Castro sorgte sieben Minuten nach dem Ausgleich für Stuttgarts Siegtreffer.

Auch die öffentlichen Debatten um den Job des Stuttgarter Trainers Tayfun Korkut dürften vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Samstag erst einmal verstummen. Korkut hatte deswegen auch kein Interesse daran, im Detail über die kuriose Szene zu reden, die bei den Fans zwischenzeitlich wieder innere Panik und Sorgen verursacht hatte. „Es geht hier nicht um Fehler. Heute ist wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Egal, wie“, sagte er. Das dürfte sich Ron-Robert Zieler auch gedacht haben. (dpa)

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