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Auf seine Tore wird es ankommen: Stuttgarts Mario Gomez (re.) im Zweikampf mit Hoffenheims Ermin Bicakcic.

VfB Stuttgart

Eintracht-Gegner Stuttgart im leichten Aufwind

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Vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt wähnen sich die Schwaben auf dem Weg der Besserung.

Der erste Antrag ist längst abgeschickt. Das elektronische Datenpaket hat der VfB Stuttgart auf den Weg gebracht, mit dem bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt die Lizenzerteilung für die Bundesliga beantragt wurde. Aber auch die Unterlagen für die zweite Liga wird Stefan Heim, der Finanzchef des schwäbischen Bundesligisten, wie immer gewissenhaft zusammenstellen. Früher mussten für einen Lizenzantrag noch sage und schreibe 500 DIN-A4-Seiten mitsamt 300 Unterschriften abgeheftet werden, erinnert sich Heim, und dann wurde alles persönlich in der Otto-Fleck-Schneise abgeliefert.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Und in dem Zweitliga-Szenario besteht gewissermaßen auch schon Übung. Seit geraumer Zeit gehört die zweigleisige Planung zum Verein mit dem roten Brustring wie die Cannstatter Wasen zu Stuttgart. „Wir sind mehr als zuversichtlich, dass wir die Lizenz ohne Auflage bekommen“, sagte Heim dieser Tage gegenüber „Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten“.

Denn die Rahmenbedingungen sind am Neckar deutlich besser als anderswo. Ohne dass der Klub die festgeschriebenen 35 Millionen Euro Ablöse vom FC Bayern für den französischen Weltmeister Benjamin Pavard vorab in die Planungen eingepflegt hat, wird für die 2017 in eine Fußball AG ausgegliederte Profiabteilung mit einem Budget von 130 Millionen Euro kalkuliert. Knapp 60 Millionen Euro sind als Personalkosten veranschlagt. Das ist eine stolze Summe. Und eigentlich verbietet ein solch üppiger finanzieller Background – die 41,5 Millionen Euro vom Ankerinvestor Daimler-Benz machen es möglich – dass ein Klub als Tabellen-16. allein wieder um den Klassenerhalt kämpft.

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Aber nach dem sehr respektablen Platz sieben in der vergangenen Spielzeit ging in dieser Saison schief, was schiefgehen konnte. Erst setzte es eine Niederlage im DFB-Pokal bei Hansa Rostock, dann in der Bundesliga beim FSV Mainz 05. Und schon ging die Spirale des Misserfolgs los. Mit den bekannten Konsequenzen: Erst wurde Trainer Tayfun Korkut, dann mit einiger Verzögerung auch Manager Michael Reschke entlassen, nun sollen Trainer Markus Weinzierl und der neue Sportchef Thomas Hitzlsperger („die Tendenz der Leistungen zeigt nach oben“) das Schiff über Wasser halten. Weinzierls Bilanz ist zwar nicht preisverdächtig, aber eine Wende war zuletzt bei fünf Punkten aus vier Spielen erkennbar, wie Routinier Andreas Beck erklärt hat. „Wir hatten mit ihm den schlechtmöglichsten Start, aber niemand kann bestreiten, dass dann etwas passiert ist mit der Mannschaft.“ Kompaktheit, Verbundenheit und Griffigkeit sind wieder Grundtugenden geworden. Zu besichtigen auch gegen spielerisch bessere Gegner wie zuletzt gegen die TSG Hoffenheim (1:1).

Bestimmt kein Sturmlauf gegen die Eintracht

Auch gegen Eintracht Frankfurt wird Weinzierl keinen Sturmlauf befehlen, sondern auf sehr kontrollierte Offensive und eine kompakte Defensive setzen. Gerade gegen die sooffensivstarke Eintracht, die im Hinspiel (0:3) fast einen Klassenunterschied aufzeigte, gilt das Augenmerk sicherlich erstmal der Sicherung des eigenen Tores. Den Stuttgartern bleibt in der aktuellen Verfassung gar keine andere Wahl. Sagen jedenfalls die Akteure.

„Vor einem halben Jahr haben uns Dortmund oder Hoffenheim komplett auseinandergenommen, jetzt ist es für den Gegner wieder unangenehm, gegen uns zu spielen. Das gibt uns ein Gefühl, wieder auf dem richtigen Weg zu sein“, sagt der 32-jährige Beck.

Nicht alle erfahrenen Kräfte werden allerdings von Weinzierl gerade gebraucht. Von Dennis Aogo, Holger Badstuber, Daniel Didavi bis zu Kapitän Christian Gentner und Stürmerstar Mario Gomez – sie alle sind ihren Status der Unantastbarkeit erst einmal los. „Sie haben weiter wichtige Rollen“, betont Weinzierl. Der 44-Jährige mag solche Debatten nicht. Wenn ihm der Abstiegskampf mit dem FC Augsburg eines gelehrt hat, dann diese Erkenntnis: „Im Moment ist es wichtig, Einzelinteressen hintenan zu stellen.“ Allenfalls zweigleisige Planungen in der Finanzabteilung sind noch erlaubt.

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