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Ist mit Stuttgart in Leipzig gefordert: VfB-Coach Tayfun Korkut.

Nach Fehlstart

VfB Stuttgart und Korkut in Leipzig unter Druck

Vor dem fünften Spieltag in der Fußball-Bundesliga wartet der VfB Stuttgart noch immer auf den ersten Pflichtspielsieg. Weil die Vorzeichen so gut waren, ist die Unruhe im Umfeld des Clubs entsprechend groß - ebenso wie die Kritik an Trainer Korkut.

In der Theorie stand der VfB Stuttgart vor einer sorgenfreien Saison mit dem Potenzial für eine Überraschung.

In der Praxis wartet die Mannschaft vor dem Duell bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.30 Uhr) nach vier Spieltagen in der Fußball-Bundesliga noch immer auf den ersten Sieg und muss sich mit der wachsenden Unruhe im Umfeld des Clubs auseinandersetzen. „Zufrieden ist keiner. Das ist Fakt“, sagte Trainer Tayfun Korkut vor der Dienstreise nach Sachsen.

Im Zentrum der öffentlichen Kritik steht der 44 Jahre alte Ex-Profi - mal wieder. „In der langen Zeit, in der ich die Bundesliga verfolge, kann ich mich nicht daran erinnern, dass ein Trainer bei einem Club einen so schweren Start hatte wie Tayfun Korkut beim VfB“, erinnerte Alexander Zorniger an die Eiseskälte, mit der sein Nach-Nach-Nach-Nach-Nachfolger Anfang 2018 von den Fans in Stuttgart begrüßt wurde. „Dann hat er aber mit der starken Rückrunde alle Kritiker beruhigt. Aber jetzt kommen die natürlich wieder aus ihren Löchern“, sagte der Trainer von Bröndby Kopenhagen, der in seiner Karriere auch schon die Profi-Teams des VfB und von Leipzig betreute.

Zentraler Punkt der Vorwürfe an Korkut: Aus dem qualitativ besseren Kader im Vergleich zur vergangenen Saison mache er zu wenig, besonders in der Offensive. Der Rückrundenvizemeister hat sich mit namhaften und vielversprechenden Profis verstärkt - darunter Daniel Didavi, Gonzalo Castro und der junge argentinischen Stürmer Nicolás González - die noch dazu alle schon früh in der Vorbereitung bei den Schwaben die Arbeit aufnehmen konnten. Doch die Aufstellungen Korkuts erscheinen oftmals als ein rein defensiv orientierter Plan mit beispielsweise drei zentralen defensiven Mittelfeldspielern und nur zwei echten Offensivkräften.

Korkut kann mit dieser Kritik nichts anfangen und verweist darauf, dass ihm auch sechs Stürmer auf dem Platz keine Tore garantieren. Vielmehr gehe es darum, wie der Ball zu den Angreifern komme - und da holpere es eben noch zu sehr. Denn obwohl die Mannschaft von ihm nur moderat anders aufgestellt wird als in der außerordentlich erfolgreichen Rückserie der vergangenen Saison, passen die Abläufe nicht. Und es mangelt an Effektivität. „Es ist nicht so, dass wir weniger Torchancen hätten als in der Rückrunde. Wir haben in den Spielen mehr Torchancen gehabt“, berichtete Korkut.

Die Führung erzielen und dann geschlossen verteidigen - in dieser Situation, die noch vor ein paar Monaten zuverlässig drei Punkte ermöglichte, war der VfB in den bislang fünf Pflichtspielen inklusive dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal erst in einer Partie. Und kassierte beim 3:3 in Freiburg dennoch zweimal den Ausgleich.

Äußerlich bringt Korkut die schwierige Situation mit nur zwei Punkten nicht aus der Ruhe. „Das ist mein Job. Machen Sie sich nicht so viele Gedanken über mich“, meinte er am Montag. Der ehemalige türkische Nationalspieler spricht auch nicht anders als zu den erfolgreichen Zeiten im Frühjahr und verweist auf ähnlich holprige Starts bei anderen Clubs. „Es ist ein Findungsprozess. Aber das erleben nicht nur exklusiv wir“, sagte er.

Argumentativ bekommt er dabei Unterstützung von Zorniger. „Die Bundesliga ist eine brutale Liga, da kannst du auch mal gegen Mainz und erst recht gegen Bayern München verlieren“, sagte der Schwabe der dpa. „Aber ich weiß natürlich auch, dass dieser Saisonstart nicht der Anspruch vom VfB ist. Da muss man nicht drum herumreden.“

(Von Maximilian Haupt, dpa)

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