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Stuttgart gegen Freiburg: Riesenzoff um Schiri Tobias Stieler

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Von: Ingo Durstewitz

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Schaut es sich an und kassiert dann seine eigene Entscheidung: Schiri Tobias Stieler. dpa
Schaut es sich an und kassiert dann seine eigene Entscheidung: Schiri Tobias Stieler. dpa © dpa

Der Unparteiische Tobias Stieler zieht sich bei der Stuttgarter Niederlage in Freiburg den Unmut des VfB zu.

Der Stuttgarter Sportdirektor Sven Mislintat musste sich am Samstagnachmittag ganz schön anstrengen, um halbwegs die Contenancen zu wahren. „Schiedsrichterleistungen dieser Art zerstören die Spiele“, polterte der 49-Jährige nach der 0:2-Niederlage der Schwaben beim SC Freiburg. Von Minute zu Minute nahm sein Ärger zu, je länger und öfter er darüber redete, desto schlimmer wurde es. „Es ist unfassbar, völlig irrsinnig. Das Ding würde nie zurückgenommen, wenn Mannschaften beteiligt sind, die eine andere Reputation haben als der VfB und weiter oben stehen. Sie wissen schon, wen ich meine.“

Das Ding, das den Sportchef so sehr in Rage versetzte, ereignete sich nach 34 Minuten. Da stürzte VfB-Stürmer Alexis Tibidi im Strafraum über das Bein von SC-Verteidiger Lukas Kübler. Schiedsrichter Tobias Stieler, der in unmittelbarer Nähe stand, zögerte nicht und entschied sofort auf Strafstoß für das Kellerkind aus Stuttgart. Doch dann, man muss das so sagen, nahm das Unheil seinen Lauf.

Auf einmal schaltete sich nämlich aus Köln der Videoschiedsrichter ein. Referee Stieler schritt in die Review-Area, sah sich die Szene noch einige Male an und revidierte seinen zuvor getroffenen Beschluss. Eine mehr als grenzwertige Entscheidung, die nicht nur die Verantwortlichen des VfB mit einigem Magengrimmen zurücklässt. Denn Sven Mislintat hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass es einen klaren Kontakt gab und somit das Kriterium für eine Überprüfung gar nicht erfüllt ist. Nur bei gravierenden und offensichtlichen Fehlentscheidungen soll der Kölner Keller eingreifen. Das war in Freiburg definitiv nicht der Fall. Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht, weil VfL-Angreifer Tibidi auch irgendwie einfädelte und Küblers Bein schon am Boden stand. Aber man kann es genauso gut anders sehen, so wie Mislintat: „Man konnte den Kontakt nicht nur sehen, sondern auch hören. Das war niemals eine Schwalbe, es war richtig, da Elfmeter zu pfeifen.“ Auch der Freiburger Nicolas Höfler räumte das ein: „Wir hätten uns nicht hätte beschweren dürfen, wenn er den gibt.“

Für den VfB passte es ins Bild, dass die Freiburger im Gegenzug erbarmungslos zuschlugen, nach einem Fernschuss von Nicolas Höfler fälschte Hiroki Ito ins eigenen Netz ab, 0:1, der Anfang vom Ende. „Die Phase war ausschlaggebend für den restlichen Spielverlauf“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Schiedsrichter Stieler übrigens hat Erfahrung mit merkwürdigen Entscheidungen, schon nach einem absurden Elfmeterpfiff im Zweitligatopspiel zwischen Werder Bremen und Schalke 04 im November standen er und der Videoschiri tagelang am Pranger.

Die Stuttgarter freilich sollten nicht den Fehler machen, alles auf eine Szene abzuwälzen. Denn sie haben von den letzten 14 Pflichtspielen nur zwei gewonnen. Zufall ist das eher nicht. Daher greifen sie zu ungewöhnlichen Maßnahmen und schlagen in der Bundesligapause für sechs Tage ihr Camp im spanischen Marbella auf. Und dann kommt die Frankfurter Eintracht nach Bad Cannstatt – die hat erst einen Punkt im neuen Jahr geholt.

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