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Starker Testgegner: Marc-Oliver Kempf (re.) sieht die Hacken von Barça-Spieler Yusuf Demir.
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Starker Testgegner: Marc-Oliver Kempf (re.) sieht die Hacken von Barça-Spieler Yusuf Demir.

VfB Stuttgart

Stürmisch nur noch auf dem Platz

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Bundesliga-Check, Teil14: VfB Stuttgart Die Schwaben haben endlich Ruhe in der Führung, und die Mannschaft lässt auf eine erquickliche Saison hoffen

Beim VfB Stuttgart lief es vergangene Saison sportlich top, derweil der Klub sich in einem Manipulationsskandal mit anschließendem Machtkampf innerlich zerriss. Ab Ende August lässt sich das im Buch „Kapital oder Kurve? Der VfB Stuttgart am Scheideweg“ nachlesen. Das Werk des besten „Kicker“-Rechercheurs und VfB-Datenskandalaufdeckers Benni Hofmann erscheint im Verlag „Die Werkstatt“. Die bevorstehende Spielzeit soll auf dem Platz genauso stürmisch werden wie die abgelaufene. Und zwar ausdrücklich nur dort.

Wie stark ist der Kader?

Wohl nicht schlechter als in der sehr zufriedenstellenden Aufstiegssaison (Platz neun). Zwar wurde Torwart Gregor Kobel für 15 Millionen Euro nach Dortmund verkauft, dafür aber Olympiaauswahlkeeper Florian Müller für fünf Millionen von Mainz 05 erworben. Finanzielles Plus: zehn Millionen Euro, sportliches Minus: womöglich null. Zudem ging Gonzales für 23,5 Millionen Euro nach Florenz. Der Offensivmann war aber ohnehin meist verletzt gewesen. Der sportliche Verlust ist also überschaubar. Beim VfB bauen sie konsequent auf Entwicklungssprünge junger Spieler. Das hat, seit Sven Mislintat das sportliche Sagen hat, bestens funktioniert.

Worauf steht der Trainer?

Logisch: auf junge Spieler, die er weiterentwickeln kann. Pellegrino Materazzo ist ein Bessermacher, das haben im Schwabenland alle gesehen. Der in den USA diplomierte Mathematiker kann Vertrauen schenken und auch die bei Laune halten, die nicht in der ersten Reihe stehen. Gerade schwärmt er vom Techniker Ömer Beyaz, 17 Jahre alt, offensiver Junge, den Mislintat von Fenerbahce Istanbul losgeeist hat. Außerdem steht der 43-Jährige auf Gemeinschaftssinn. Und auf den Japaner Wataru Endo. Den defensiven Mittelfeldspieler hat Materazzo sogar zum Kapitän ernannt, obwohl der Olympiateilnehmer kaum ein Wort deutsch spricht. Dafür geht Endo umso mehr auf dem Platz mit Leistung voran.

Wo hapert es noch?

Beim 0:3 im Test vor 25 000 Fans gegen den FC Barcelona wurde deutlich, dass allzu viele Ausfälle dem VfB nicht guttun. Endo noch in Japan bei den Olympischen Spielen, Silas noch bis mindestens November nach einem Kreuzbandriss verletzt, Mangala mit Muskelproblemen länger raus, Neuzugang Chris Führich mit Schlüsselbeinbruch ebenso, dazu mehrere Coronafälle, allen voran bei Stürmer Sasa Kalajdzic, - dann reicht es halt nicht für Topgegner. Grundsätzlich: nach vorn muss mehr kommen. Ein Abgang von Kalajdzic - Schmerzgrenze rund 50 Millionen Euro - wäre ungut. Der gewitzte Österreicher wäre indes nicht abgeneigt, sollten Chelsea, Tottenham oder der AC Mailand das Geld auf den Tisch legen.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Chris Führich (SC Paderborn), Florian Müller (Mainz 05), Alou Kuol (Central Coast Mariners), Ömer Faruk Beyaz (Fenerbahce Istanbul), Nikolas Nartey (SV Sandhausen, Leihe endet), Naouirou Ahamada (Juventus Turin, nach Leihe verpflichtet)

Abgänge : Jens Grahl (E. Frankfurt), Leonhard Münst (FC St. Gallen, Leihe), Pablo Maffeo (RCD Mallorca, Leihe), Maxime Awoudja (WSG Tirol, Leihe), Nicolas Gonzalez (AC Florenz), Gregor Kobel (Bor. Dortmund), Gonzalo Castro (Vertragsende), Konstantinos Mavropanos (Arsenal, Leihe endet), Marcin Kaminski (Schalke 04).

Wer sticht heraus?

Nach seinem grandiosen Erdrutschsieg als alter und neuer Präsident bei der Mitgliederversammlung mit mehr als 90 Prozent Zustimmung ist Claus Vogt einer, der heraussticht. Jetzt muss er sich nur irgendwie wieder mit Vorstandschef Thomas Hitzlsperger anfreunden. Die Fans sind jedenfalls happy, dass die Basis gegen das Kapital gewonnen hat und nach dem Rücktritt des Aufsichtsratschefs Wilfried Porth eine Art Aufbruchstimmung herrscht. Noch mehr als Vogt sticht jedoch Mislintat heraus. Nicht wegen seiner eigentümlichen Langhaar-Frisur, sondern wegen seiner Nase für junge gute Spieler. Der von Thomas Tuchel aus Dortmund vertriebene 48-Jährige gilt als Baumeister einer Mannschaft mit Perspektive, die auch den kritischen Leuten in Stuttgart Spaß macht.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Der heißt seit kurzem Thomas Ignatzi und ist neuer Vorstand Finanzen und Verwaltung. Dank der fast 40 Millionen Euro für Keeper Kobel und Angreifer Gonzales geht es Ignatzi gut. Der VfB hat 2020 einen Umsatzeinbruch von 74 Millionen und einen Verlust von 28 Millionen Euro erlebt. Zwischen März 2020 und Juni 2021 fehlen 56 Millionen Euro in der Kasse. Es musste also frisches Geld durch Transfers rein. Das ist gut gelungen. Finanzielle Probleme gibt es nicht, aber auch keine Möglichkeit zu großen Sprüngen.

Was ist drin?

Der sichere Klassenerhalt wurde als Ziel ausgegeben. Das wird gelingen. Vielleicht schafft es der VfB sogar wieder auf einen einstelligen Platz. Oder knapp darunter.

Online finden Sie die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen unter: fr.de/tipptabelle

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