1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Stürmer sucht das Land

Erstellt:

Von: Frank Hellmann

Kommentare

Sollte mit zur WM nach Katar: Youssoufa Moukoko.
Sollte mit zur WM nach Katar: Youssoufa Moukoko. © AFP

Es wäre durch den Ausfall von Timo Werner fast logisch, dass Toptalent Youssoufa Moukoko WM-Luft schnuppert, auch wenn sich die Einsatzzeiten vielleicht in Grenzen halten.

Joti Chatzialexiou ist einer, der im deutschen Fußball stets das große Ganze im Auge hat. Als der Sportliche Leiter Nationalmannschaften kürzlich über den DFB-Campus führte, um die diversen Themen für die Zukunft des deutschen Fußballs zu beleuchten, war natürlich auch der Mangel an deutschen Talenten ein Thema, die auf manchen Positionen erschreckende Ausmaße erreichen.

Wie beim klassischen Mittelstürmer, der in der Ausbildung jahrelang vernachlässigt worden ist. Chatzialexiou macht hierfür den eigenen Verband verantwortlich, der zwischenzeitlich zu viel Wert auf Tiki-Taka gelegt und zu wenig Fokus auf das Eins-gegen-Eins oder den Torabschluss geschaut habe. Den einzigen Lichtblick, den er erkenne: Youssoufa Moukoko. Schon vor weit mehr als einem Jahr sagte Chatzialexiou über den Teenager: „Er versucht, alles aufzusaugen. Er ist sehr weit für sein Alter, auch in seinen Gedankengängen. Ein Vorzeigeathlet in jungen Jahren.“

Die Indizien verdichten sich, dass dieser junge Mann nun noch als Hoffnungsträger zur WM nach Katar fliegt, wenn Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag auf dem Campus seinen Kader benennt. Punktgenau hat der 17-Jährige einen Schritt nach vorne gemacht. Es wäre durch den Ausfall von Timo Werner fast logisch, dass dies Toptalent WM-Luft schnuppert, auch wenn sich die Einsatzzeiten vielleicht in Grenzen halten. Doch speziell mit Blickrichtung der EM 2024 in Deutschland ist es eigentlich unverzichtbar, Moukoko in seiner aktuellen Form zu berufen. Seine Traumtore gegen den VfL Bochum (3:0) sprechen für sich.

Anders verhält es sich im Falle von Niklas Füllkrug. Der 29-Jährige ist das Gegenteil einer Langzeitlösung, aber auch für ihn spricht die aktuelle Verfassung: Sein zehntes Bundesligator beim Arbeitssieg gegen Schalke (2:1) kam fast auf Knopfdruck zustande: Dass ihm erst Waden-, dann Rückenprobleme zu schaffen machten, sollte Flick nicht beunruhigen: Füllkrugs Auswechslung war eine Vorsichtmaßnahme mit Blick aufs Wüstenturnier.

Bremen Torjäger umschifft verbal geschickt, dass er wohl längst mehr weiß: Dass er genau die „Wenn-Dann“-Option darstellt, wenn der als Plan A ausgegebene Kombinations- und Umschaltfußball unter Flick bei der WM mal nicht funktioniert. Dann braucht es vielleicht mal einen Kopfballspezialisten, der Ecke, Flanke oder Freistoß verwandelt.

Weder Moukoko noch Füllkrug können kaschieren, dass Deutschland keinen Toptorjäger von Weltklasseformat besitzt. Aber die Leerstelle im Sturmzentrum unbesetzt zu lassen, wäre die allerschlechteste Alternative.

Auch interessant

Kommentare