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Solch harte Duelle sind auch am Samstag zu erwarten: Thomas Delaney (links) vom BVB gegen den Schalker Omar Mascarell.
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Solch harte Duelle sind auch am Samstag zu erwarten: Thomas Delaney (links) vom BVB gegen den Schalker Omar Mascarell.

Revierderby mit Krisenvorzeichen

Strohhalm gegen Stock

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Schalke hofft auf einen Energieschub im Kampf um den Klassenerhalt, Dortmund darauf, den Anschluss an die Champions League nicht zu verlieren. Es geht um viel. Und doch um noch viel mehr. Ein Kommentar.

Die Schlagzeilen von „Kicker“ und „Sportbild“ sind wuchtig: „Die Stiefmutter aller Derbys“ und „Das Derby der letzten Hoffnung“. Samstag, 18.30 Uhr, „Topspiel“ des 22. Bundesligaspieltags: Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Für die einen die letzte Chance, ins leere Füllhorn an vager Aussicht auf den Klassenerhalt durch einen Sieg viel mehr als bloß drei Punkte zu schütten. Ein Erfolg für Königsblau gegen Schwarzgelb könnte als Katalysator dienen. Als Schrittmacher dafür, dass doch noch nicht alles verloren ist und der platte Reifen noch Luft hält.

Der Druck mag an beiden Standorten gerade ähnlich erfühlt werden, denn natürlich würde jeder Platz unter dem vierten in Dortmund als Scheitern wahrgenommen werden. Weil eine Saison ohne Champions League, noch dazu im brachial umsatzsenkenden Coronavirus-Modus, für den auf internationales Niveau aufgepumpten Klub äußerst schmerzlich wäre.

Aber auch wenn beide hochemotionalen Herzensvereine mit ihren jeweils mehr als 160 000 Mitgliedern ihren Zielkorridor gerade weit verfehlen, so ist die Dimension doch nicht vergleichbar. War der Schalker Kader vor zehn Jahren noch 136 Millionen Euro und somit 22 Millionen mehr als der des BVB wert, so haben sich die Zahlen längst gedreht, weil am Rheinlanddamm viel kluger, nachhaltiger, weitsichtiger gearbeitet wurde als am Ernst-Kuzorra-Weg. Mittlerweile laufen in Dortmund 615 Millionen Euro teure Beine in Stollenschuhen herum, auf Schalke erreicht der Kaderwert laut transfermarkt.de gerade nur 152 Millionen Euro. Das sind Welten.

In Gelsenkirchen ist nach Bauchmensch Christian Heidel nun auch der brave Jochen Schneider vorzeitig als Sportvorstand um Längen gescheitert. Es gibt für die neue Saison noch keinen Trainer, keinen Sportvorstand, keinen Sportdirektor, die Perspektive ist nicht königsblau, sondern mausgrau.

In Dortmund dagegen herrscht Kontinuität. Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball führen seit gefühlten Ewigkeiten Profigesellschaft und eingetragen Verein, Michael Zorc wird 2022 laut derzeitigem Plan gut vorbereitet nach mehr als zwei Jahrzehnten als Sportchef auf seinen designierten und bestens eingearbeiteten Nachfolger Sebastian Kehl übergeben. Und Marco Rose ist als neuer Toptrainer bereits gefunden und für drei Jahre gebunden.

Die Dramatik am Samstag mag sich wie auf Augenhöhe anfühlen, in Wahrheit greifen sie in Gelsenkirchen-Buer nach dem letzten, schon mal abgeknickten Strohhalm. In Dortmund gehen sie bloß am Stock.

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