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Die beiden besten Fußballler der Welt: Lionel Messi (r.) und Cristiano Ronaldo.

Ronaldo und Messi

Am Strand der Geschichte

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Ronaldo oder Messi, Messi oder Ronaldo - wer ist denn nun der Bessere? Am besten, man lässt die Frage erst mal offen. Ein Kommentar.

Mmmh, Cristiano. Fleischgewordener Fußballgott. Als pickelgesichtiger 12-Jähriger von der Sonneninsel Madeira nach Lissabon gezogen, zu Sporting, später dann, mit 18, zurück auf eine Insel, der vollgeregneten britischen diesmal, wie unangenehm, und schließlich aus Manchester nach Madrid gegangen, wo es den einzigen Verein auf der ganzen Welt gibt, der diesem Talent annähernd angemessen zu sein scheint: Real. Die Königlichen. Fraglos: Dieses Ronaldo-Wesen ist der beste Fußballer des Planeten.

Genau. Außer natürlich, dass Lionel Messi der beste Fußballer des Planeten ist. Mmmh, Messi. Fleischgewordener Fußballgott. Als kleinwüchsiger 14-Jähriger von Rosario nach Barcelona gezog ... – halt, stopp! So geht das nicht.

Wer ist der Beste?

Der Mensch denkt gerne in Kategorien, der Sportler ohnehin, es hilft, den Überblick zu behalten in tendenziell unüberblickbaren Zeiten. Cristiano Ronaldo, 32, hat in den beiden Viertelfinalspielen in der Champions League gegen Bayern München und in dem einen Halbfinalspiel gegen Atlético Madrid zusammengenommen acht Tore geschossen. Lionel Messi, 29, hält sich beim Kampf um den „Goldenen Schuh“ der Uefa zurzeit erfolgreich den Holländer Bas Dost vom Leib, der zwar kein fleischgewordener Fußballgott ist, aber immerhin ein fleischgewordener Baum, womöglich auch umgekehrt. Das sind jeweils nur statistische Sandkörner am langen Strand der Fußballgeschichte, an welchem die Messi-Ronaldo-Rivalität keinen kleinen Abschnitt für sich beansprucht. Aber irgendwie wüsste man das ja doch ganz gerne: Wer ist der Beste?

Am besten ist, man lässt das erst mal offen. Ronaldo wird das natürlich nicht gefallen, am Fuße seiner Statue auf Madeira steht ja „Best Player of the World“, das muss doch was heißen, und als Messi neulich im Clásico zwischen Real und Barça in letzter Sekunde den Siegtreffer erzielte, da wurde er fuchsteufelswild und drohte vor Wut in Tränen auszubrechen. Messi ist immer noch der spektakulärere Spieler, schnelle Dribblings, fantastische Antritte. Die Sache ist nur die: Wie spielt er, wenn die Zeit sich an die Beine hängt, schwer wie Blei? Gelingt ihm eine ähnliche Transformation wie dem drei Jahre älteren Ronaldo, der das Dribbling lieber den Jungen überlässt, um derweil in der Mitte seinen untäuschbaren Torriecher in den Wind zu halten?
Gute Fragen. Die Geschichte wird die Antworten geben. Und wenn nicht, ist’s auch mal egal.

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