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WM 2022: Ärger um vermeintliche Deutschland-Fans in Katar

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Von: Niklas Kirk

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Während deutschlandweit am letzten Spieltag vor der WM-Pause gegen das Turnier protestiert wird, sollen in Katar bezahlte Fans für Stimmung sorgen.

Frankfurt – Die Ausschnitte, die im Nachrichtendienst Twitter zu sehen waren, dauerten mitunter nur 30 Sekunden und legten dennoch in kurzer Zeit den Verdacht nahe, sie seien inszeniert. Menschenmengen ziehen durch die Straßen von Doha, eingekleidet in Trikots verschiedener Mannschaften, Sonnenbrillen und Perücken in Nationalfarben. Unterlegt ist ein Ausschnitt, der Fans der deutschen Nationalmannschaft zeigen soll, mit Ricky Martins „The Cup of Life“, ein Hit zur WM 98 in Frankreich.

Image der WM 2022 - Social Media soll das gewünschte Außenbild projezieren

Der Verdacht, dass diese Bilder möglicherweise gestellt sein könnten, ergeben sich dabei nicht alleine aus den Videoausschnitten selbst. Bereits seit Wochen ist bekannt, dass die WM-Organisatoren Fans anwerben, um positive Stimmung zu erzeugen und das Turnier in den sozialen Medien zu promoten. So soll diesen unter anderem finanzielle Zuwendungen zugutekommen. Teilnehmende Personen des „Fan Leader Network“ bekämen laut einem Bericht der Sportschau die Möglichkeit, bis zum Ende des Turniers auf Kosten der Gastgeber in Katar zu bleiben, zuzüglich eines Taschengeldes über 70 Euro täglich. Als Gegenleistung sollen die Fan-Leader helfen, das beschädigte Image des Turniers aufzubessern.

13.11.22 SC Freiburg - 1. FC Union Berlin Deutschland, Freiburg, 13.11.2022, Fussball, Bundesliga, SC Freiburg - 1. FC
Protestaktion der Fans des SC Freiburg beim Spiel gegen Union Berlin © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Dabei ist neben dem Stadion vor allem das Internet ihr zentraler Einsatzort. So stimmen die beteiligten Fans zu, die WM „durch liken und teilen“ in sozialen Netzwerken zu unterstützen, damit sich der Gastgeber in der von ihm gewünschten Form nach außen hin präsentieren darf. Slogans wie „Qatar - the fans‘ world cup“ („Katar – die WM der Fans“) oder der Hashtag #IAMAFAN („Ich bin ein Fan“) sollen nach Möglichkeit viral gehen. Auch für den Umgang mit „herabwürdigenden Kommentaren“ haben die Organisatoren klare Vorstellungen. Solche sollen dem WM-OK gemeldet werden, damit diese gelöscht werden können.

Vor dem Start der WM – stagnierende Kartenverkäufe und Proteste in deutschen Stadien

In Deutschland waren indes von der ersten bis zur vierten Spielklasse, einen Spieltag vor der WM Pause, im großen Stile Protestaktionen gegen die WM zu sehen. So kam es unter anderem in Augsburg, Nürnberg und Freiburg zu großflächigen Bekundungen gegen das Turnier. Im Vergleich zu den Turnieren 2014 und 2018 wurden darüber hinaus deutlich weniger Tickets an Fans des DFB-Teams verkauft. (nki)

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