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Glänzt jetzt auch als Torschütze: Ilkay Gündogan.
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Glänzt jetzt auch als Torschütze: Ilkay Gündogan.

Kommentar

Stehaufmann Gündogan

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der Nationalspieler blüht auf einmal auf: Es hat den Anschein, als befinde sich der Lieblingsschüler von Pep Guardiola auf dem Zenit seiner Schaffenskraft.

Sechs Spiele binnen 17 Tagen waren zu viel für die Muskulatur von Kevin de Bruyne. Mitte Januar verletzte sich der Spielmacher von Manchester City derart schwer am Oberschenkel, dass er vor März wohl nicht wieder Fußballspielen kann. Trainer Pep Guardiola sprach von einem „nicht zu ersetzenden“ Spieler. Niemand widersprach.

Am frühen Samstagabend erzielte Ilkay Gündogan beim 4:1 in Liverpool seine Saisontreffer acht und neun für den Tabellenführer, nachdem er zuvor einen Elfmeter auf die Tribüne geholzt hatte. Nach der Verletzung von de Bruyne hat Guardiola den Mittelfeldspieler etwas weiter vorn in der gut geölter Citizens-Maschine geschoben. Und man muss sagen: Der nicht mehr ganz junge Mann, inzwischen 30, macht seinen Job hervorragend. Legt vor, staubt ab, passt gewohnt zuverlässig, erledigt dennoch auch Defensivarbeit. Es hat den Anschein, als befinde sich Ilkay Gündogan auf dem Zenit seiner Schaffenskraft.

Das ist, bei allem Talent, erstaunlich. Denn der Stehaufmann musste einige nicht ganz niedrige Hürden überwinden. Eine Stauchung der Wirbelsäule, eine ausgerenkte Kniescheibe sowie ein Kreuzbandriss kosteten ihm mehr als volle zwei Jahre seiner Karriere und die Teilnahmen an WM 2014 und EM 2016. Im Frühsommer 2018 hockte er im letzten WM-Test der deutschen Nationalmannschaft weinend in der Kabine. Deutsche Fans hatten ihn nach seinem gemeinsamen Foto mit dem türkischen Staatschef Erdogan bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Bei der anschließenden Weltmeisterschaft erholte er sich nicht wesentlich. Der Rucksack war zu schwer. Gündogans DFB-Karriere schien in einer Sackgasse zu enden.

Aber der Stratege steckte das weg, ebenso wie eine Corona-Erkrankung im vergangenen Spätsommer, die keinesfalls auch nur annähernd symptomfrei verlief. Seitdem engagiert sich der gebürtige Gelsenkirchener gegen die Verharmlosung der Covid-19-Pandemie. Beim 0:6 in Spanien im November wurde Gündogan an der Seite von Toni Kroos mit überrollt, ohne dass das Auswirkungen auf seine Top-Leistungen bei Manchester City gehabt hätte.

Guardiolas Passmaschine

Ilkay Gündogan war schon immer ein auffällig intelligenter Spieler, der Räume kannte, ehe sie andere auch nur erspäht hatten. Guardiola nennt die Passmaschine, die er im Sommer 2016 für 30 Millionen Euro aus Dortmund nach England lockte, einen „der besten Transfers der Klubgeschichte“. Der Katalane hätte keinen Spieler finden können, der seine Fußballidee mit mehr Überzeugung auf dem Platz umsetzt. Und jetzt ist noch der Instinkt dazugekommen, so zuverlässig Tore zu machen, wie es Gündogan zuletzt für die A-Jugend des VfL Bochum geschafft hatte.

Der „Kicker“ stufte ihn in seiner Rangliste als einzigen deutschen Auslandsprofi in die „Weltklasse“ ein. Seinen Platz im ruckelnden Räderwerk bei Joachim Löw hat der kluge Kopf aber noch immer nicht gefunden. Oder anders herum: Löw hat ihn noch nicht gefunden. Es gibt für beide also noch einiges zu tun.

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