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Bundestrainerin Steffi Jones steht auch beim Turnier in den USA unter besonderem Druck.
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Bundestrainerin Steffi Jones steht auch beim Turnier in den USA unter besonderem Druck.

SheBelieves-Cup

Steffi Jones unter Beobachtung

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Mit der letztmaligen Reise zu einem Testturnier in den USA tut sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im richtungsweisenden Länderspieljahr 2018 nur bedingt einen Gefallen.

Wer von den deutschen Fußballerinnen dachte, mit der Reise zum SheBelieves-Cup in den USA (1. bis 8. März) der klirrenden Kälte in der Heimat entfliehen zu können, der lag immerhin nicht völlig falsch. Zwar zog sich Bundestrainerin Steffi Jones beim ersten Training in Columbus vorsorglich eine Mütze über, aber wenn die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Ohio zum Auftakt gegen denn Gastgeber USA antritt (Freitag 2, März/1 Uhr MESZ), dann werden deutliche Plusgrade erwartet.

Nichtsdestotrotz: Richtig erwärmen kann sich die Bundestrainerin für das Einladungsturnier, an dem zwei weitere Topnationen Europas teilnehmen, Frankreich und England, trotzdem nicht. „Der Aufwand ist schon sehr hoch. Wenn wir wählen können, werden wir zukünftig wieder beim Algarve Cup spielen“, beteuerte die 45-Jährige vor der Abreise. Zumal mit dem Auftritt nicht einmal ein finanzieller Zugewinn verbunden ist.

Steffi Jones verspricht vollen Einsatz

Die deutschen Fernsehrechte erwarb erst vor wenigen Tagen der Spartensender Sport1 für einen Spottpreis, um neben dem ersten Lackmustest gegen den Weltmeister auch die Partien in Harrison/New Jersey gegen England (4. März / 20.45 Uhr MESZ) und in Orlando/Florida gegen Frankreich (7. März/ 21.55 Uhr MESZ) zu zeigen. Jones verspricht immerhin vollen Einsatz: „Für uns ist das keine Testphase. Wir wollen größtmöglichen Erfolg. Bei uns ist keiner müde. Letztes Jahr haben wir uns auch eingeredet, dass wir Jetlag haben.“ Doch optimal sind die Rahmenbedingungen eben nicht, zumal die Reisen und die Zeitumstellung verhindern, dass sich über die Trainingseinheiten die eigentlich dringend nötigen Feinjustierungen im Hinblick auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien (7. April) und Slowenien (10. April) vornehmen lassen.

Die Verträge mit den US-Organisatoren wurde noch in Jones’ Amtszeit als DFB-Direktorin abgeschlossen; dahinter steckten auch sportpolitische Zugeständnisse an die Frauenfußball-Nation USA, wo Jungen und Mädchen am College fast in gleicher Zahl diesem Sport frönen. Die breite Verankerung ist ein Grund, dass der US-Soccer führend ist. Anfang November fertigte der amerikanische U15-Nachwuchs die gleichaltrigen deutschen Talente mit 6:1 in Wetzlar ab und demonstrierte ein beeindruckendes Selbstverständnis, das sich bis ins A-Team um die Superstars Carli Lloyd oder Alex Morgan fortpflanzt. Nicht umsonst gelten die US-Girls als Weltranglistenerster auch als Topfavorit für die WM 2019 in Frankreich, für die sich Jones’ Trupp erst noch mühsam qualifizieren muss. Das entscheidende Qualifikationsspiel steigt dabei erst am 1. September auf Island.

Zur 44-köpfigen DFB-Delegation, die bereits am Wochenende über den Atlantik geflogen ist, gehören zwei interessante Personalien. Da ist zum einen Margret Kratz: Die 56-Jährige Verbandstrainerin des Saarländischen Fußballverbandes – eine der ersten Frauen, die überhaupt die Trainerlizenz erwarben – soll den Trainerstab ergänzen. Vielleicht wird die zweite Assistentin mittelfristig zur korrigierenden Kraft, wenn Jones mal wieder zum Zick-Zack-Kurs neigt. Da ist zum anderen Joti Chatzialexiou: Der 42-Jährige ist seit Jahresbeginn in der neuen Organisationsstruktur als Sportlicher Leiter Nationalmannschaften tätig. In seinen Verantwortungsbereich fällt nun auch der Elitebereich. Problem: Chatzialexiou kennt sich im Frauenfußball noch nicht aus.

„Aufgrund unserer damaligen Organisationsstruktur haben wir in der Vergangenheit in zwei getrennten Welten gelebt, so dass ich bisher nur ganz oberflächliche Einblicke hatte“, sagte Chatzialexiou im Interview mit dfb.de. Nun soll er Beobachter und Aufpasser in Personalunion spielen, wobei er das verklausuliert so formuliert: „Aus den besuchten Spielen werde ich viele Erkenntnisse ziehen können, was das internationale Benchmarking im Frauenfußball angeht.“

Zudem kündigte er an, persönlich gegenüber Tom King, dem Generalsekretär von US Soccer, vortragen zu wollen, dass er den SheBelieves-Cup in dieser Form „kritisch“ sehe. „In Europa gibt es andere interessante Turnieralternativen.“ Ergo wird der DFB das fragwürdige Experiment beenden, den Vertrag nicht verlängern und im Februar 2019 wohl reumütig zum traditionellen Algarve Cup zurückkehren.

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