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Stadtrat will Schiedsrichter anzeigen

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Geschockt: Spieler von Erzgebirge Aue nach dem Schlusspfiff.
Geschockt: Spieler von Erzgebirge Aue nach dem Schlusspfiff. © Uwe Anspach (dpa)

Bei Erzgebirge Aue ist der Ärger über das aus ihrer Sicht skandalöse Saisonfinale in der 2. Liga groß. Der Verein legt Widerspruch beim DFB ein, Aues Stadtrat will Strafanzeige gegen den Schiedsrichter stellen.

Die gute Nachricht für Erzgebirge Aue vorweg: Der Videobeweis kommt in den Relegationsspielen gegen den Karlsruher SC zum Einsatz. Krasse Fehlentscheidungen wie beim 0:1 im Zweitliga-Saisonfinale bei Darmstadt 98 sind damit so gut wie ausgeschlossen, doch das tröstet die Sachsen momentan wenig. Ihr Ärger über den verhängnisvollen Tor-Klau ist noch immer nicht verraucht – ganz im Gegenteil.

Der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist hat beim Deutschen Fußball-Bund Widerspruch gegen die Wertung des Punktspiels beim SV Darmstadt 98 eingelegt. Das teilte der Verein am Montag in einer Pressemitteilung mit. Als Grund gaben die Sachsen drei eklatante Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks an. 

Aues Stadtrat Tobias Andrä kündigte am Montag an, gegen Schiedsrichter Sören Storks Strafanzeige stellen zu wollen. „Weil hier zumindest der Anfangsverdacht eines Betruges vorliegt“, begründete der parteilose Politiker im MDR-Radio: „Selbstverständlich werde ich auch die zuständige DFL davon in Kenntnis setzen.“

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) bzw. die Rechtsorgane des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden sich aber eher das Verhalten von Aues Klubboss Helge Leonhardt genauer anschauen. Der Unternehmer hatte unmittelbar nach dem Abpfiff aus der Emotion heraus Betrug zumindest angedeutet: „Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen, ob die was kriegen. Ich weiß es nicht, aber es riecht ja hier. So ein klares Tor in einem so wichtigen Spiel nicht zu geben, das ist schon eine bodenlose Frechheit.“

Beim letzten Ligaspiel in Darmstadt wurde den Veilchen ein klar reguläres Tor zur 1:0-Führung zu Unrecht nicht anerkannt. Zudem gab es weitere höchst strittige Entscheidungen gegen den Klub aus Sachsen, der bei einem Unentschieden gerettet gewesen wäre. Als Tabellen-16. muss Aue nun in der Relegation gegen Drittligist Karlsruhe am 18. und 22. Mai (jeweils um 18.15 Uhr/ZDF und Eurosport) um den Klassenerhalt zittern.

Die ebenfalls frustrierten Spieler wollen den Fokus ab sofort auf diese Endspiele richten. Routinier Christian Tiffert legte am schnellsten den Schalter um. Er freue sich sogar auf die Relegation, „das ist für mich das erste Mal. Wenn ich mich mit 36 Jahren darauf freue, dann können das die anderen auch“, sagte Tiffert.

Stadtrat Andrä ist noch längst nicht so weit. Er forderte harte Konsequenzen für Schiedsrichter Storks. Der 29-Jährige Ramsdorfer habe sich „als nicht würdig und fähig erwiesen, ein Profispiel zu leiten“, wetterte der Politiker: „Deswegen sollte er mindestens für die nächste Saison entsprechend sanktioniert werden. Er hat im Profifußball nichts mehr zu suchen.“

Auch wenn die Strafanzeige kaum Aussicht auf Erfolg hat, fühlt sich der Auer Stadtrat zu diesem Schritt gezwungen. „Es gibt auch für uns im Osten keinen Grund, immer mit Buckel und gesenktem Kopf durch die Welt zu marschieren und uns alles bieten zu lassen“, sagte er: „Wir müssen endlich mal Kante zeigen und den hohen Herren in Frankfurt die Stirn bieten und klipp und klar sagen: Bis hierher und keinen Schritt weiter!“ (sid/dpa)

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