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Die Spur führt nach Frankfurt

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Einer für die Bayern? Niko Kovac hätte "Stallgeruch".
Einer für die Bayern? Niko Kovac hätte "Stallgeruch". © Carmen Jaspersen (dpa)

Bis Ende April will der FC Bayern seinen neuen Trainer präsentieren. Die heißeste Spur führt zu Niko Kovac.

Sevilla, die Jahrtausende alte Hauptstadt Andalusiens, hat ihrem Besucher viel zu bieten. Etwa die Catedral, größte gotische Kathedrale der Welt, die Palastanlage Alcazar aus maurischen Zeiten, oder die Isla Magica mit ihrem Vergnügungspark. Die Bosse des FC Bayern hatten bei ihrer Stippvisite aber keinen Blick für die Schönheiten der Stadt, sondern Wichtigeres zu tun. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic kamen vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Sevilla zusammen, um endlich die Trainerfrage zu klären. Die Bild-Zeitung berichtete von einem Abendessen am Montag mit dem zentralen Thema, in dieser Sache „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Die Zeit drängt: Bis Ende April, bestätigte Rummenigge erneut, werde der FC Bayern „den Trainer präsentieren“. Der Vorstandschef berichtete augenzwinkernd von großem Interesse. „Sie glauben gar nicht, wie viel Anrufe man kriegt beim FC Bayern in Sachen Trainer.“ Die Bosse wollen dem Eindruck entgegenwirken, dass ihnen nach den Absagen von Jupp Heynckes und Thomas Tuchel die Möglichkeiten ausgehen. Als Topkandidat gilt inzwischen Frankfurts Niko Kovac. Laut Bild hat Sportdirektor Salihamidzic Kontakt zu seinem früheren Münchner Mitspieler aufgenommen, ein konkretes Angebot gebe es aber noch nicht. Der kicker dagegen berichtete von „entspannten“ Frankfurtern. Kovac, heißt es dort, plane bereits die nächste Eintracht-Saison und unterhalte in der Sache keine Verbindungen nach München.

Ausschließen will man nichts

Entspannt? Nun ja. „Jeder quatscht irgendwas von rechts nach links. Sogar Lothar Matthäus hat da ein paar Stimmen gehört“, schimpfte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic an Ostern. Kovac selbst ließ sich ein Hintertürchen offen. „Ich werde bis 2019 in Frankfurt arbeiten – wenn nichts dazwischen kommt“, sagte er. Die Sport Bild berichtete, der 46-Jährige besitze eine Bayern-Ausstiegsklausel.

Hoeneß gilt als Befürworter des gebürtigen Berliners, mit seiner Münchner Vergangenheit (2001-2003) wäre Kovac eine typische Hoeneß-Personalie. Der Präsident reagierte vor dem Abflug gereizt auf die Causa. Das Thema Trainer sei öffentlich „tabu“, ließ er wissen, und: „Ich habe mich nicht beworben.“ Auch wenn Hoeneß eine hohe Meinung von Kovac hat, ist der Frankfurter für ihn wie die weniger heiß diskutierten Ralph Hasenhüttl und Lucien Favre zweite Wahl. Wie lange er am Irrglauben festhielt, seinen Freund Heynckes zu einer weiteren Saison überreden zu können, machten Aussagen des Trainerroutiniers in Sevilla bei Sky Sport News HD und kicker klar. Hoeneß, berichtete Heynckes, habe bereits im Dezember gewusst, dass er sich nicht werde umstimmen lassen, „ich habe es ihm am Telefon gesagt. Er wollte es nicht wahrhaben.“ Bei einem Treffen mit den Bossen am 19. Januar habe er erneut „klipp und klar“ gesagt, dass im Sommer Schluss sei, fügte Heynckes an. Dennoch hätten es Hoeneß und Co. Anfang März erneut versucht. Heynckes‘ Replik: „Nein, das ist vergebliche Liebesmüh. Ich mache das nicht!“ Kurz darauf handelten sich die Bayern auch noch die Absage von Tuchel ein. „Das muss man akzeptieren, kein Problem“, sagte Rummenigge jetzt dazu. Ob er ausschließen könne, dass es Kovac wird? „Einschließen kann ich‘s auch nicht“, sagte der Vorstandschef. (sid)

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