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Törless Knöll fühlt sich beim 1. FC Nürnberg sehr wohl.

Törles Knöll

Auf dem Sprung

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Der Dieburger Törles Knöll steht in der Bundesliga vor dem Durchbruch und erstmals im Kader der deutschen U21.

Es lief die 77. Spielminute, als die Gebete des eingewechselten Törles Knöll erhört wurden. Törles wer? Das fragten sich wohl auch einige Gegner, die dem Stürmer zu viel Platz ließen. Und der Profi des 1. FC Nürnberg bestrafte dies. 2:0 – die Entscheidung im Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96. Es war nicht irgendein Treffer, den der 21-Jährige da am 22. September erzielte. Es war sein Premierentor in der höchsten Spielklasse. Und es rundete einen Auftritt ab, den Knöll so schnell nicht vergessen wird. Denn schon das 1:0 hatte er per Flanke vorbereitet.

Einwechslung, Vorlage, Tor – alles in nur vier Minuten. Der überglückliche Joker wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. „Ich habe vor dem Spiel gebetet, unter anderem für mein erstes Bundesligator“, erzählt Knöll, den der Boulevard schon zum „Torlos Knöll“ gemacht hatte.laube eine große Rolle spielt, genau wie die Familie aus Dieburg. Auf seiner Brust prangt eine Tätowierung mit der Aufschrift „mia famiglia, mia vita“, zu deutsch: „Meine Familie, mein Leben.“

Mit acht zum SV Darmstadt

Es sind solche Geschichten, die ihn am besten beschreiben. Ein Leben, in dem der Glaube eine große Rolle spielt. Genau wie die Familie, die aus Dieburg stammt. Auf seiner Brust prangt eine Tätowierung mit der Aufschrift „mia famiglia, mia vita“, zu deutsch: „Meine Familie, mein Leben.“ Verwandte, Bekannte und Freunde wird er auch am Freitag sehen, wenn Knöll die nächste Premiere feiert: Erstmals steht der 1,84-Meter-Mann im Kader der U21-Nationalelf, die in Offenbach auf die Niederlande trifft (20 Uhr). „Es ist schön, wenn harte Arbeit belohnt wird. Ich habe mich riesig gefreut. Da sind so viele Profis, die schon einen richtigen Namen in der Bundesliga haben“, so Knöll. Mit dem Schalker Suat Serdar spielte er einst in der Mainzer Jugend.

Seine ersten Vereine hießen TV Semd und GSV Gundernhausen, ehe er sich als Achtjähriger dem Nachwuchsprogramm des SV Darmstadt 98 anschloss. „Er ist vorne hellwach, wir hatten auch schon mal darüber nachgedacht, ihn zu den Profis zu holen“, lobt Ramon Berndroth, Sportlicher Leiter des Darmstädter Leistungszentrums. Doch die Rhein-Main-Tour führte Knöll weiter zu Eintracht Frankfurt, dem FSV Frankfurt und nach Mainz. Dort avancierte er zum Top-Torjäger der U19-Junioren.

„Ich mag das Ländliche“, betont Knöll. Daher fühle er sich bei den „Clubberern“ sehr wohl, zu denen er im Sommer wechselte. Das 15.000-Einwohner-Städtchen Dieburg im Vergleich mit der 500.000-Einwohner-Stadt in Franken? Knöll: „Ich war vorher in Hamburg, von daher ist es hier eher ländlich“. Die Bodenständigkeit passt zu ihm. Zudem kommt der frühere U20-Nationalspieler, der 2017 bei der WM in Südkorea dabei war, reflektiert daher. Gerade wenn er auf seine Zeit in Hamburg zurückblickt. Trotz beeindruckender Torquote bei der HSV-Reserve in der Regionalliga Nord (38 Tore in 62 Spielen) bekam Knöll keine echte Bewährungschance bei den Profis. „Ich hatte den Eindruck, dass es beim HSV nicht immer nach Leistung ging. Man hat auf die Alteingesessenen gesetzt, statt es mit der Jugend zu versuchen“, sagt er.

Aber solche Rückschläge, das ist ihm bewusst, gehören nun mal zum Leben. „Erinnerungen sind prägend, sie machen einen stärker“, sagt er. Sein Ziel ist klar: Sich in der Bundesliga durchbeißen. „Die Art wie hier gespielt wird, passt zu mir. Ich bin ein Kämpfertyp“, sagt Knöll. Am Freitag gilt der Fokus der U21. Wenn er auf dem Platz steht, sollten die Gegner vorbereitet sein. Törles Knöll bleibt nur ungerne torlos.

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