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Will noch einmal Applaus für Wales provozieren auf großer Bühne: Gareth Bale.
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Will noch einmal Applaus für Wales provozieren auf großer Bühne: Gareth Bale.

Italien, Schweiz, Türkei, Wales

Gruppe A: Spieler und Spiel fürs Auge

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Italien widerlegt ein altes Klischee, trifft aber auf harte Konkurrenz. Die Waliser vertrauen auf einen wiedererstarkten Superstar, müssen aber auf den Cheftrainer verzichten.

Aha, mal wieder werden sich Schweiz und Türkei begegnen. Am letzten Spieltag der Gruppe A. Auf nicht ganz neutralem Grund. In Aserbaidschan wird türkischer Einfluss zu spüren sein. Es könnte also hitzig werden. Denn es gibt diese 16 Jahre alte Vorgeschichte zwischen beiden Ländern. Sie trafen in der Qualifikation für die WM 2006 aufeinander, das Hinspiel gewann die Schweiz 2:0, das Rückspiel in Istanbul verlor sie 2:4, was ihr aufgrund der Auswärtstorregelung genügte. Nach dem Anpfiff kam es zu Schlägereien auf dem Rasen und im Kabinengang, ein Schweizer Spieler musste ins Krankenhaus, der türkische Fußballverband bekam eine Geldstrafe und eine Platzsperre aufgebrummt.

Es könnte auf jedes Tor ankommen in dieser EM-Gruppe, die die Bedenken der Traditionalisten widerlegt, dass 24 Teams bei einer EM das Niveau verwässern würden. Eine jede der vier Mannschaften kann eine Anwartschaft aufs Weiterkommen erheben: Italien, weil es Italien ist. Die Schweiz, weil sie Spieler hat, die in guten europäischen Klubs gefragt sind. Wales, weil es bei der EM 2016 im Halbfinale stand. Die Türkei mag da zwar leicht abfallen, weil die Erfolge schon zurückliegen (WM-Halbfinale 2002, EM-Halbfinale 2008), aber sie ist ein Fußballland und die Mannschaft gewachsen.

Italien hat als Heimteam mit drei Auftritten in Rom einen Vorteil. In seiner Stadt trifft vielleicht Mittelstürmer Ciro Immobile so zuverlässig wie im Ligabetrieb. In der Squadra ist seine Bilanz bescheiden, doch seit Paolo Rossi (WM ‚82) und Toto Schillaci (‚90) weiß man, dass Italien Turniertorjäger hervorbringen kann. Der Stil, den Trainer Roberto Mancici etabliert hat, stützt offensive Bemühungen – was dem Klischee vom italienischen Fußball eigentlich widerspricht. Doch tatsächlich hat sich der Ansatz geändert. Die Italiener bieten auch mit ihrem Spiel und nicht nur ihren Spielern was fürs Auge.

Die Schweiz ist ebenfalls zu Spektakel fähig, dafür bürgen der „Kraftwürfel“ Xherdan Shaqiri vom FC Liverpool und Granit Xhaka vom FC Arsenal. Hochveranlagte Individualisten, die ihre „Nati“ einmal übers Achtelfinale hinausführen sollen. Das ist der Fluch der Schweizer: Sie sind stark im Nachwuchs, 2009 etwa wurden sie U17-Weltmeister, doch im Erwachsenenbereich haben sie noch kein K.o.-Spiel gewonnen. Achtelfinale – und Abschied. In Qualifikationsrunden indes kann man sich auf die Schweizer verlassen.

Wales-Trainer Giggs fehlt

Wales ist nicht so verlässlich, die WM 2018 verpasste es. Doch die EM 2016 hatte die Waliser als Bereicherung erlebt: Sie kamen weiter als England, und die Fans übernahmen die Rolle als Stimmungsgaranten, nachdem Nordirland abgereist war. Blickfang der Truppe ist nach wie vor Gareth Bale, der einst teuerste Spieler der Welt. Gut, er hat schon in seiner Endphase bei Real Madrid ein stärkeres Faible für Golf als Fußball entwickelt, aber 16 Tore für Tottenham zeigen: Er kann’s schon noch.

Trainer der Waliser wäre eigentlich Ryan Giggs, doch der muss sich von seinem Assistenten Rob Page vertreten lassen. Gegen den ehemaligen Musterprofi von Manchester United läuft auf der Insel ein Verfahren wegen häuslicher Gewalt.

Und die ist schlimmer, als wenn es zwischen zwei Teams auf dem Feld kracht. gk

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