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Bayern München: Glanzlos gewonnen.

Kommentar Bundesliga

Spannung garantiert

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Irgendwie ist das Spiel der Bayern ausrechenbar geworden. Das lässt Hoffnung auf einen spannenden Saisonverlauf in der Liga aufkommen. Der Kommentar.

Es waren beachtliche Sätze, die Stefan Bell da äußerte. Der Kapitän vom FSV Mainz 05 wurde vor laufenden TV-Kameras nicht zu seiner eigenen Mannschaft befragt, sondern zum Gegner. Zum FC Bayern München. Und Bell ordnete den 2:1-Auswärtserfolg des Rekordmeisters in Rheinhessen durchaus treffsicher ein. Er sprach natürlich von einem verdienten Sieg für die Münchner, aber er sagte auch, dass der FC Bayern von heute eben nicht mehr der FC Bayern von gestern sei. Der Mainzer Abwehrchef spielte damit vor allem auf eines an: Die Dominanz, das Selbstverständnis des Immer-Siegens sei den Münchnern in dieser Saison ein bisschen flöten gegangen, in Folge dessen bei den Gegnern, in diesem Fall also bei den Nullfünfern, auch die Furcht vor dem vermeintlich übermächtigen Bayern-Ensemble.

Und zweifelsohne, obwohl die Münchner den Mainzern in allen Belangen überlegen waren (23:6 Torschüsse, 66 Prozent Ballbesitz, 62 Prozent gewonnene Zweikämpfe), sind einige Probleme offensichtlich. So waren die älteren Semester wie Boateng, Ribery oder Müller zwar auch in Mainz in einzelnen Situationen weltklasse, in anderen aber traten sie wiederum doch arg gemächlich auf. Und die jüngeren wie Gnabry, Goretzka oder Sanches setzten zwar einzelne Glanzpunkte, sind in der gesamten Teamstruktur wiederum aber kaum prägend, schwimmen nur mit. Kurzum: Irgendwie ist das Bayern-Spiel doch ziemlich ausrechenbar geworden. 

Titelrennen auf Augenhöhe

Ganz im Gegensatz zu dem von Borussia Dortmund. Die Borussia versammelt derzeit so viele junge, wilde Kreativspieler auf dem Rasen, dass die Betrachter auf den Tribünen mit dem Oh-en und Ah-en kaum mehr nachkommen, dass nahezu immer alles passieren kann - eben auch ein Gegentreffer zum 2:2 gegen die Hertha in allerletzter Minute, obwohl die Dortmunder im gesamten Spiel zuvor alles unter Kontrolle zu haben schienen. Stichwort: fehlende Erfahrung.

Was bleibt also nach diesem Spieltag mit Blick auf die Spitze der Liga? Klar, die Fakten, die Tabelle. Da hat der FC Bayern den Rückstand verkürzt, ist nach einer Woche mit zwei Arbeitssiegen in der Liga und einem in der Champions League nur noch zwei Pünktchen hinter der Borussia zurück. In zwei Wochen treffen beide aufeinander, es deutet sich ein Duell auf Augenhöhe mit unterschiedlichen Ausgangslagen an. Auf der einen Seite die ein bisschen zu alten Bayern, auf der anderen die ein bisschen zu jungen Dortmunder. Ausgang offen, Spannung garantiert.

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