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Später Nackenschlag für Darmstadt 98

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Von: Daniel Schmitt

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Am Ende fehlte den Darmstädtern (hier Matthias Bader links) die entscheidende Durchsetzungskraft.
Am Ende fehlte den Darmstädtern (hier Matthias Bader links) die entscheidende Durchsetzungskraft. © dpa

Die Darmstädter verspielen in der Nachspielzeit gegen Bielefeld einen sicher geglaubten Sieg / Zweites Unentschieden in Folge

Tief in der Nachspielzeit dieses sonntäglichen Fußballspiels passierte aus Sicht des Zweitligisten SV Darmstadt 98 genau das, was nicht mehr passieren sollte in einer Nachspielzeit. Die völlig verdient mit 1:0 in Führung liegenden Lilien-Spieler rannten gegen Arminia Bielefeld plötzlich in einen Konter. Kaum ein Darmstädter Verteidiger war noch hinten, und diejenigen, die dort doch verblieben waren, brachten es nicht mehr zustande, den raschen Gegenangriff der Arminia aus Bielefeld noch zu stoppen.

So kam es, dass Robin Hack ziemlich frei war halblinks am Sechzehner und die Kugel reinschlenzte ins lange Eck - ein schöner Treffer für die einen, ein völlig unnötiger für die anderen. Das Ergebnis: ein 1:1 (1:0), das dem SV Darmstadt 98 wie eine Niederlage und Arminia Bielefeld wie ein Sieg vorkommen musste.

Entsprechend konträr fielen hinterher die Reaktionen der Protagonisten aus. Braydon Manu zum Beispiel, der Lilien-Torschütze zum frühen 1:0 (8. Spielminute), kniete sich nur Sekunden nach dem Abpfiff auf den Rasen nieder und donnerte seine Faust gleich dreimal nacheinander auf den Boden. Fast zeitgleich schrie Martin Fraisl, Arminia-Keeper und ebenfalls auf dem Rasen kniend, seine Erleichterung gen Himmel.

Ja, es war mehr drin für die Darmstädter an diesem Tage, viel mehr gegen mies in die Saison gestartete Bielefelder, die ihre bislang schwachen Leistungen auch am Sonntag bestätigten. Einzig: Dafür hätte es mehr Stringenz im Darmstädter Spiel gebraucht. Die Lilien stellten zwar über 95 Minuten die kämpferisch wie spielerisch klar bessere Mannschaft, sie machten das Spiel jedoch nicht zu.

In Hälfte eins verhaspelte sich Marvin Mehlem alleine vor dem Kasten (38.) und vergab damit die beste Chance auf den zweiten Darmstädter Treffer. Und nach dem Seitenwechsel fehlte es der gesamten Truppe gerade beim letzten Pass durchgehend an der entscheidenden Präzision.

Naives Abwehrverhalten

Für die Darmstädter war es bereits der zweite mögliche Heimdreier, den sie nacheinander verpassten. Bereits in der vergangenen Woche gegen den 1. FC Heidenheim stellten sie die bessere Mannschaft, nicht ganz so deutlich wie diesmal, aber doch in Nuancen. Auch damals endete die Partie lediglich Remis.

In der Tabelle sind die Lilien damit zwar weiterhin Vierter, also oben dabei, was sie grundsätzlich zufrieden stellen wird und sollte. Derartiges Abwehrverhalten kurz vor Ultimo aber, eines, das man stets ja fußballspielenden Grünschnäbeln vorwirft, sollte tunlichst bald abgestellt werden, um auch dauerhaft an der Zweitligaspitze mitmischen zu können.

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