Offenbacher Kickers

So gut wie makellos

„Sind auf dem Weg zum Spitzenteam“: Der OFC startet stark in die Regionalliga-Saison und überzeugt offensiv wie defensiv.

Tanzende und hüpfende Spieler nach dem Schlusspfiff, mit Corona-Abstand und Maske feiernde 1500 Fans auf der Tribüne: Die Offenbacher Kickers machen im Herbst 2020 Lust auf mehr. Auf mehr solcher Vorstellungen wie beim hochverdienten 3:0 (1:0) gegen Hoffenheim II, auf mehr Zuschauer bei Heimspielen – und auf eine Saison, in der die Anfangseuphorie auch durch Rückschläge nicht ins Gegenteil verkehrt wird.

Schon jetzt steht fest: Der OFC steht nach vier Spieltagen so gut wie nie da seit dem Abstieg in die Fußball-Regionalliga Südwest 2013. Zehn Punkte holten die Kickers zwar nach vier Partien auch 2019/20 und 2017/18. Nie aber war die Tordifferenz (7:0) derart makellos.

Angelo Barletta war nach dem über weite Strecken überzeugenden Auftritt naturgemäß zufrieden. Dennoch trat der OFC-Trainer etwas auf die Bremse. „Wir sind noch keine Spitzenmannschaft, wir sind erst auf dem Weg dorthin.“ Barletta hatte natürlich viel Gutes gesehen: Eine variable Offensive, in der der unermüdliche Marcell Sobotta sich spät mit seinem ersten Tor für den OFC belohnte (90.). Einen Mittelstürmer Mathias Fetsch, der wie in Pirmasens geistesgegenwärtig nach Sobottas parierter Großchance den Abpraller verwertete (4.) und in der 51. Minute per Kopfball sein drittes Saisontor erzielte. Und Barletta sah natürlich auch eine Defensive, die in dieser Verfassung zu einem echten Trumpf werden könnte.

„Das fühlt sich schon nach Fußball an“, sagte Fetsch freudestrahlend, wählte dann aber ähnlich zurückhaltende Worte wie sein Coach: „Wir sind erst auf dem Weg Richtung Spitzenteam.“ Barletta weiß um die Strohfeuer guter Serien zum Auftakt in der Vergangenheit. „Jeder weiß, was letzte Saison passiert ist“, sagte er mit Blick auf sogar 13 Punkte zum Start und den dann folgenden Absturz. „Der richtige Stresstest fehlt uns noch“, räumt Barletta ein.

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