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Für schlappe 117 Millionen zu Manchester City gewechselt: Jack Grealish.
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Für schlappe 117 Millionen zu Manchester City gewechselt: Jack Grealish.

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So crazy wie vor Corona

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die Topklubs in England geben Unsummen aus, die spanische Liga wirft sich einem Investor an den Hals. Bei diesem Irrsinn sollte die Bundesliga ihre Verzwergung einfach akzeptieren.

Seit vielen Jahren schon wird gejammert und gezetert darüber, dass die Fußballwelt aus den Angeln gehoben ist von zehnstelligen Summen aus den reich gefüllten Geldbeuteln global operierender Investoren. Jammern und zetern wir also einfach mal weiter, weil es gerade wieder verrückt wird.

Die spanische Liga, deren Klubs das eine fette Finanzspritze dringend brauchen, kassiert 2,1 Milliarden Euro und bindet sich dafür 50 Jahre lang an einen Luxemburger Großinvestor. Frisches Geld als Soforthilfe in der Not, damit auch Hasardeure im Welthandel um die besten Kicker weiter mithalten können.

Die Klubs der Premier League wirken kein bisschen corona-geschwächt und haben gehen allein an Ablösesummen stramm auf die Milliarde für neue Spieler zu - mehr als die Topligen Italiens, Spaniens, Frankreichs und die hiesige Bundesliga zusammen.

Meister Manchester City, vom Scheich aus Abu Dhabi gelabt, gibt nonchalant 117 Millionen Euro für Jack Grealish aus, einen Ersatzspieler des englischen Nationalteams. Nochmal 150 Millionen dürften folgen für Harry Kane, um den Mittelstürmer bei Sonntags-Auftaktgegner Tottenham Hotspur auszulösen.

Der FC Chelsea, vom Russen Abramowitsch seit 18 Jahren stabil gehalten, lässt sich Romelu Lukaku 115 Millionen Euro kosten, nachdem mitten in der Pandemie schon 290 Millionen Euro Transfergebühren in Havertz, Werner, Chilwell, Ziyech und Keeper Mendy gesteckt wurden, zweistellige Millionengehälter obendrauf.

Lionel Messi heult, weil er nicht für 50 Millionen brutto in Barcelona bleiben darf, und lacht, weil er bei Paris Saint-Germain 38 Millionen Euro netto kassiert. So ein leidvoller Wechsel zu einem aus Katar großzügig alimentierten Klub rechnet sich also.

Wir sehen, dass der Profifußball auch in langsam abflauenden Corona-Zeiten noch genauso crazy ist wie zuvor, na gut, nicht ganz so verrückt vielleicht. Sonst, sagte Gladbachs Manager Max Eberl dieser Tage der „FAZ“, hätten sich um einen ablösefreien Messi „30 Vereine gebalgt“ und nicht bloß die stinkereichen Pariser parat gestanden.

Was die neue Idee der Uefa angeht, das leidige Financial Fairplay durch ein Luxussteuersystem zu ersetzen, ist Skepsis natürlich angebracht. Es braucht wenig Fantasie von Finanzberatern und Winkeladvokaten, um sich auch dafür findige Umgehungstatbestände auszudenken, die das Ziel der größeren Gerechtigkeit unterhöhlen.

Was heißt das für die Bundesliga, der eine gewisse Unwucht durch investorengetriebene Klubs aus Hoffenheim, Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen ja auch nicht unbekannt ist? Vielleicht sollte sie eine gewisse Verzwergung einfach akzeptieren. Wirklich schmerzlich ist das nur für zwei, drei Topklubs, allen voran die Bayern. Die stürmen daheim voraus und hecheln international hinterher.

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