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Will seiner Mannschaft die Flausen austreiben: Florian Kohfeldt.
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Will seiner Mannschaft die Flausen austreiben: Florian Kohfeldt.

Wolfsburg vor dem Spiel der Spiele

Siegen oder fliegen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der VfL Wolfsburg bestreitet gegen OSC Lille laut Trainer Kohfeldt eines der wichtigsten Spiele seiner Vereinsgeschichte.

Florian Kohfeldt, daraus macht der heutige Trainer des VfL Wolfsburg gar keinen Hehl, wollte in jungen Jahren am liebsten Fußballprofi werden. Deshalb wechselte der ehrgeizige Jugendtorwart vom kleinen TV Jahn Delmenhorst 2001 zum großen SV Werder. Doch bald, mit Anfang 20, wurde ihm an der Weser eröffnet, dass das Talent nicht ausreichen würde. Er gab dann halt einen loyalen dritten Keeper der zweiten Mannschaft – und bastelte bald an seiner Trainerkarriere.

Seine Vita erklärt, warum der Fußballlehrer so unfassbar stolz war, als er vor fünf Wochen an neuer Wirkungsstätte für den Werksklub gegen RB Salzburg erstmals ein Spiel der Champions League verantwortete. Als die Hymne gespielt wurde, fühlte er sich an seine Kindheitsträume erinnert. Wenn die Niedersachsen am Mittwoch (21 Uhr/Dazn) das letzte Gruppenspiel gegen OSC Lille bestreiten, ist indes die Gefahr groß, diese Klänge bereits wieder das vorläufig letzte Mal zu hören.

Siegen oder fliegen lautet das Motto für den VfL in der spannendsten Gruppe: Ein Erfolg gegen den französischen Überraschungsmeister, aktuell nur Elfter der Ligue 1, brächte Wolfsburg ins Achtelfinale (und eine zweistellige Millioneneinnahme), ansonsten wäre der Abschied aus Europa besiegelt. Der 100-prozentigen Konzerntochter geht es vor allem um die Reputation, auf die ein um (internationale) Anerkennung ringender Standort erpicht ist. Kohfeldt spricht nach drei Pflichtspielniederlagen unter seiner Verantwortung von einem der „wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte“.

Ob das nicht eher die Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid 2016 oder die Relegationsspiele 2017 und 2018 waren, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass das achte Pflichtspiel unter Kohfeldts Anleitung die Richtung vorgibt. Kann der Kommunikator diesem Kader seine Flausen austreiben? Der 39-Jährige war ja selbst (negativ) überrascht, wie seine Akteure zuletzt beim FSV Mainz 05 (0:3) offenbar alle Warnungen missachteten. Kohfeldt will jetzt tun, was in seiner Macht steht. „Gespräche, Personalauswahl – sowie Erfolgshunger vorleben.“ Dass die nötige „Energie“ fehle, so der Trainer, sei „ein Problem, das schon länger besteht“. Eine feine Spitze in Richtung seines Vorgängers Mark van Bommel, der dem Team die Intensität abgewöhnt hat, die unter dem heutigen Frankfurter Coach Oliver Glasner überhaupt erst in die Champions League führte.

Spätestes zur Winterpause will Kohfeldt die Ursachen für die Schwankungen ergründet haben – und dann dafür sorgen, „dass die Wellentäler nicht so dramatisch werden“. Für schnelle Besserung ist es hilfreich, dass Stammtorhüter Koen Casteels zurückkehrt. Der belgische Ballfänger lag nach einer Covid-Infektion mehrere Tage im Bett. Sein Stellvertreter, der Österreicher Pavao Pervan, verfügt nicht ansatzweise über die Ausstrahlung der Nummer eins. Doch nur mit einem Tausch auf der Torwartposition ist es nicht getan.

Verteidiger Maxence Lacroix würde eine Pause gut tun, Kapitän Maximilian Arnold benötigt dringend Unterstützung im defensiven Mittelfeld. Dass sich die Identifikationsfigur vergangenen Samstag in dieser wichtigen Zone anfangs „ziemlich allein“ vorkam, deutet darauf hin, dass auch die Grundordnung zur Debatte steht. Der Doppelsturm mit Wout Weghorst und Lukas Nmecha wird ohnehin gesprengt, weil Neu-Nationalspieler Nmecha eine Gelb-Sperre abbrummt. Der Trainer deutete jedoch an, dass weniger die Aufstellung, sondern die Einstellung entscheiden wird. „Ich kann sagen, dass ich absolut brennen und auch alles versuchen werde, es auf die Mannschaft zu übertragen.“

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