+
Dortmunder Glücksgefühle nach dem Kantersieg über die Eintracht.

Dortmunds neues Selbstvertrauen

Sieg über die eigenen Zweifel

  • schließen

Hasenfüßige Eintracht dient dem BVB als Mutmacher für das mit Spannung erwartete Champions-League-Achtelfinale gegen Paris St. Germain und den ungeliebten Ex-Trainer Thomas Tuchel.

Mitunter genügt ein einziger Sieg, um das Kreuz verdammt breit werden zu lassen. Okay, es war ein Kantersieg, ein rundweg überzeugender, rassiger Auftritt, 90 Minuten Einbahnstraßenfußball, aber in der verbalen Nachlese dieses klaren 4:0-Erfolgs von Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt hätte man glatt denken können, der BVB habe den FC Liverpool in die Einzelteile zerlegt, zumindest aber Real Madrid oder Juventus Turin. „Wenn wir alle zusammen so verteidigen, kann das hier ganz groß werden“, jubilierte Emre Can überschwänglich. Nun ja.

Zur richtigen Einordnung: Nach zwei Niederlagen am Stück hätte der BVB keinen besseren Aufbaugegner vor die Flinte bekommen können als diese hasenfüßige Eintracht, die sich zwergenhaft in die Rolle des willfährigen Opfers fügte und Angsthasenfußball in Reinkultur zeigte. Dieses ungleich Duell kann kein Gradmesser sein für das mit einiger Spannung erwartete Achtelfinalhinspiel in der Champions League am Dienstag (21 Uhr) gegen den französischen Meister Paris St.Germain sein. Ganz gewiss nicht.

Den Borussen war das natürlich egal, vor allem die starke Leistung der zuvor gescholtenen Defensive stimmte sie zuversichtlich. „Es waren viele gute Sachen. Wenn wir das mitnehmen, werden wir gegen Paris eine sehr gute Chance haben“, befand Abwehrchef Mats Hummels. Weltstars wie Neymar oder Kylian Mbappé werden der BVB-Defensive allerdings mehr abverlangen als die biederen Frankfurter.

Nicht nur aus sportlichen Gründen ist das Duell mit Paris brisant. Das Wiedersehen mit Thomas Tuchel verleiht der Partie zusätzlichen Reiz, der PSG-Coach ist 2017 bekanntlich im Unfrieden von der Borussia geschieden, gerade sein Verhältnis zu BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke galt als zerrüttet. Tuchel will sich dazu aber gar nicht mehr äußern und seiner Mannschaft die Bühne überlassen.

Bei allem Respekt vor dem Starensemble aus Paris, werteten alle Dortmunder den Auftritt gegen Frankfurt als Mutmacher. Schließlich war das 4:0 auch ein Sieg über die eigenen Zweifel. Anders als beim Pokal-Aus in Bremen (2:3) oder dem anschließenden 3:4 in Leverkusen war auf die Abwehr diesmal Verlass.

In der Offensive bewegt sich der BVB ohnehin auf meisterlichem Niveau. 63 Tore nach 22 Spieltagen sind Vereinsrekord. Die Mischung aus Kompaktheit und Spielfreude könnte der Borussia nach Einschätzung von Hummels auch gegen Paris zum Vorteil gereichen: „Bei unserer offensiven Qualität müssen wir gar nicht immer so viel riskieren. Wir kommen immer zu unseren Chancen.“ Lächelnd schob er nach: „Außer vielleicht in München.“ Dort setzte es eine deutliche 0:4-Packung. (dur/dpa/sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare