Zweifacher Torschütze: Serge Gnabry. afp
+
Zweifacher Torschütze: Serge Gnabry. 

Serge Gnabry

Serge Gnabry: Der König von London

  • vonManuel Bonke
    schließen

Bayern-Star Serge Gnabry macht in seiner einstigen Heimat London das halbe Dutzend voll.

Die altehrwürdige Stamford Bridge verließ Serge Gnabry in gewohnter Manier: Mit einem Tonbecher in der linken Hand, aus dem er genüsslich seinen geliebten Mate-Tee schlürfte. Rühren durfte der Flügelspieler des FC Bayern zuvor auf dem Platz ebenfalls. Gnabry erzielte im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen den FC Chelsea einen Doppelpack und zelebrierte seinen Torjubel freilich wieder mit seiner Chefkoch-Geste.

Nach seinem historischen Viererpack aus dem Vorrundenspiel gegen Tottenham kann spätestens jetzt zweifelsohne behauptet werden: London bringt Gnabry Glück. „Es scheint so, als würde es mir gut tun, hierher zurückzukommen. Ich habe ja auch noch viele Freunde hier, die verleihen mir vielleicht auch Kraft“, versuchte der Doppeltorschütze, seine regelmäßige Leistungsexplosion auf englischem Boden zu erklären. Das Kapitel Premier League nagte lang an Gnabry: Als Jugendlicher wechselte er aus Stuttgart zum FC Arsenal und wurde dort zum Profi ausgebildet.

Unter dem damaligen Trainer, dem Großen Arsene Wenger, erhielt er aber nie eine richtige Chance, wurde nach West Brom verliehen. Allerdings hatte der Offensivspieler zu dieser Zeit auch noch den Ruf, es mit der Professionalität nicht allzu genau zu nehmen. Über die Zwischenstationen Bremen und Hoffenheim landete er schließlich beim FC Bayern – und hat sich dort zum herausragenden Vollprofi entwickelt.

Lewandowski beendet Flaute

Sehr zur Freude seines Offensivkollegens Thomas Müller, der die erneute Londoner Gnabry-Gala kommentierte: „Arsenal fragt sich das vielleicht auch, wieso er jetzt wie am Schnürchen in London trifft. Ich bin jedenfalls froh, dass er es erst jetzt tut, sonst wäre er vielleicht gar nicht bei uns.“

Gegen Chelsea traf Gnabry nicht nur doppelt, er leitete seine beiden Tore auch noch selbst ein. Dabei diente Torjäger Robert Lewandowski zunächst als Vorbereiter – vertauschte Rollen also. Für seine Uneigennützigkeit erhielt der Pole ein Extralob vom Doppeltorschützen – und eine Umarmung beim Torjubel. „Ich habe ihn schon ein paar Mal umarmt. Wir freuen uns einfach. Es war super von ihm aufgelegt und so haben wir gewonnen.“

Doch Lewandowski wäre nicht die personifizierte Torgarantie, würde er sich mit zwei Vorlagen zufrieden geben. Also erzielte er noch persönlich den 3:0-Endstand – er löste damit seine 673 Minuten andauernde Torblockade in K.o.-Spielen der Königsklasse. Für den Angreifer war es insgesamt der 64. Treffer in der Champions League. „Die Umschaltmomente haben wir zum Schluss gut genutzt“, analysierte der deutsche Nationalspieler Gnabry.

Nur einer fiel im roten Offensivdreizack etwas ab: Kingsley Coman. Der Franzose ist nach seiner Knieverletzung, die er sich im Hinrundenendspurt zuzog, noch lange nicht bei 100 Prozent. Zu allem Überfluss zog er sich in London auch noch eine Zerrung im Oberschenkel zu und wird wohl mindestens fünf Tage ausfallen. 

mit dpa

Kommentare