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Serge Gnabry jubelt mit seiner bekannten Chefkoch-Geste.
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Serge Gnabry jubelt mit seiner bekannten Chefkoch-Geste.

Serge Gnabry

Vom Kellner zum Küchenchef: Gnabry rührt sich zum Fünf-Sterne-Koch

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Lange galt er als ewiges Talent, jetzt gehört er zur Weltspitze im Fußball: Serge Gnabry. Über den Aufstieg eines Triple-Siegers.

München – Um den Aufstieg des Serge Gnabry im Weltfußball zu verstehen, empfiehlt sich ein Fünf-Gänge-Menü durch das Handbuch der Küchenposten. Da wäre zum einen der Apprenti Cuisinier, der Auszubildende in der Küche. Dann wären da noch der Tournant (Springer), der Saucier, der Sous-Chef und natürlich der Chef de Cuisine, der Küchenchef. Gnabry hat all diese Posten auf seine Art und Weise auf dem Weg zum Spitzenfußballer gemeistert. Doch der Reihe nach.

Die Jugend von Serge Gnabry

Beim TSV Weissach, Gnabrys Heimatklub, irgendwo in den Tiefen des Schwabenlandes, hat alles angefangen. Das war anno 1999. Schnell ging es über die TSF Ditzingen, GSV Hemmingen, die Sportvg Feuerbach und die Stuttgarter Kickers zum großen VfB Stuttgart. Da war Gnabry zehn Jahre alt. In der Saison 2010/11 lief der Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin schließlich für den VfB in der B-Junioren-Bundesliga auf. Es duftete nach Profi.

Abenteuer Premier League: Serge Gnabrys Station beim FC Arsenal

Gnabry zeigte viel Talent, war schnell, trickreich, abschlussstark. Seine fußballerische Gabe sprach sich schnell über die Grenzen Deutschlands hinaus herum. Zur Saison 2011/12 holte der FC Arsenal den Flügelflitzer auf die Insel. In der britischen Küche im tiefsten London sollte Gnabry lernen, besser werden. Sein Posten in der fußballerischen Küche: Apprenti Cuisinier.

Ein Jahr nach dem Wechsel nach England unterzeichnete Gnabry bei den „Gunners“ seinen ersten Profivertrag. Es folgten in der Saison 2012/13 erst sein Debüt in der Premier League (gegen Norwich City), dann in der Champions League (gegen den FC Schalke 04). Dann der erste Rückschlag: Gnabry fiel aufgrund einer Verletzung monatelang aus. Erst ein Jahr später, anno 2013, kam der Flügelflitzer zu seinem zweiten Premier-League-Einsatz. Kurz darauf, am 28. September 2013, erzielte Gnabry beim 2:1-Sieg Arsenals gegen Swansea City sein erstes Tor im englischen Oberhaus.

Doch es sollte nicht der Durchbruch Gnabrys sein. In der Spielzeit 2014/15 absolvierte er kein einziges Spiel in der Premier League. Es folgte eine Leihe zum Ligakonkurrenten West Bromwich Albion, wo Gnabry jedoch nur dreimal auflief. Die Konsequenz: Ende Januar 2016 wurde die Leihe beendet, Gnabry kehrte zum FC Arsenal zurück. Doch dort sollte er nicht mehr lange bleiben.

Bremen, Hoffenheim, Bayern: Gnabry kehrt zurück in die Bundesliga

Für fünf Millionen Euro Ablöse wechselte Gnabry im Sommer 2016 in die Bundesliga zum SV Werder Bremen. Dort angekommen, avancierte der Turbodribbler schnell zum Leistungsträger. Beim 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach erzielte er seinen ersten Treffer, es sollten in jener Saison zehn weitere folgen. Ob als Mittelstürmer, als hängende Spitze oder als Spielmacher, ob als Linksaußen oder Rechtsaußen, Gnabry überzeugte auf beinahe jeder offensiven Position. Oder um im Küchen-Sprech zu bleiben: Er war der Tournant, der Springer bei Werder.

Im Sommer 2017 zog der FC Bayern München die in Gnabrys Vertrag verankerte Ausstiegsklausel von acht Millionen Euro, verlieh den Youngster jedoch direkt wieder an die TSG 1899 Hoffenheim. Diverse Verletzungen zwangen Gnabry zunächst in die Zuschauerrolle, ehe er sich in der Rückrunde unter dem damaligen TSG-Coach Julian Nagelsmann in die erste Elf spielte.

Der Neuzugang begann zu rühren, denn bei jedem seiner Treffer jubelte Gnabry mit der mittlerweile bekannten Rühr-den-Kochlöffel-Bewegung, abgeschaut von NBA-Star James Harden. Der Saucier Gnabry war geboren. Mit acht Toren in der zweiten Saisonhälfte hievte Gnabry die Hoffenheimer auf Rang drei in der Bundesliga - und damit in die Champions League. Jetzt war klar: Serge Gnabry war bereit für den großen FC Bayern.

Aufstieg beim FC Bayern: Gnabry steigt zum Küchenchef auf

Wie bereit Gnabry war, unterstrich er direkt in seiner ersten Saison beim deutschen Rekordmeister. Mit 13 Treffern und neun Vorlagen hatte der neue Flügelstar des FC Bayern maßgeblichen Anteil am Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg. Der Nachfolger von Arjen Robben, er schien endlich gefunden. Die Bayern-Küche, sie schien einen neuen Sous-Chef verpflichtet zu haben. Die Belohnung: Gnabry wurde von den Bayern-Fans zum Spieler der Saison 2018/19 gewählt.

Am Ende der Saison verließ Robben den FCB, der Weg für Gnabry damit vollends frei und der Aufstieg zum Küchenchef, dem Chef de Cuisine, war zum Greifen nahe. Die Saison 2019/20 sollte seine bisher beste werden. Gnabry traf und traf, rührte und rührte. Allein beim 7:2 gegen Tottenham Hotspur in der Champions League traf er viermal. Am Ende der Saison, zwischendurch pausiert durch die Corona-Pandemie, standen 23 Tore und 14 Vorlagen auf Gnabrys Empfehlungsschreiben - und: das Triple mit dem FC Bayern. Derzeit läuft Gnabrys Arbeitspapier bei den Bayern noch bis 2023.

Serge Gnabry in der deutschen Nationalmannschaft

Nicht nur auf Vereinsebene, auch in der deutschen Nationalmannschaft stieg Gnabry mit seinem Wechsel in die Bundesliga schnell zum Leistungsträger auf. Der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw setzte ihn am 11. November 2016 beim WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino erstmals ein, die DFB-Elf siegte 8:0 - drei Tore durch Gnabry. Das deutsche WM-Debakel 2018 in Russland verpasste der Flügelflitzer verletzt, bei der EM 2021 war er jedoch gesetzt.

Erfolge des Serge Gnabry

Wer sich die Karriere Gnabrys anschaut, wird vor allem auf Erfolge stoßen.

Seine Erfolge mit der deutschen Nationalmannschaft:

  • U21-Europameister: 2017
  • Olympische Silbermedaille: 2016

Erfolge mit dem FC Arsenal:

  • Englischer Pokalsieger: 2014, 2015
  • Englischer Supercupsieger: 2014, 2015

Erfolge mit dem FC Bayern München:

  • FIFA-Klub-Weltmeister: 2020
  • Champions-League-Sieger: 2020
  • UEFA-Super-Cup-Sieger: 2020
  • Deutscher Meister: 2019, 2020, 2021
  • DFB-Pokal-Sieger: 2019, 2020
  • DFL-Supercup-Sieger: 2018, 2020

Der Torjubel von Serge Gnabry: Rührend

Kaum ein Torjubel ist so prägnant wie Gnabrys Rühr-den-Kochlöffel-Bewegung. Doch woher kommt die Idee? Angelehnt, oder wie es Gnabry ausdrückt, „ausgeliehen“ ist der Jubel von Basketball-Star James Harden. „Das ist Cooking. Wenn James Harden übertrieben viele Punkte macht, dann ist er der Chefkoch“, betonte Gnabry anno 2019, um prompt die Geste zu erklären.

Der Chefkoch, in dem Fall Gnabry, rührt etwas kochend Heißes in einem imaginären Kessel. Zu heiß für die gegnerischen Abwehrreihen, gegen die er trifft. Zudem sei der Torjubel auch „ein Tribut an Steph Curry, der der Chefkoch ist.“ Erklärung: Läuft der Star der Golden State Warriors heiß (was nicht gerade selten passiert), sprechen NBA-Fans vom „Cookin‘ Curry“. Vielleicht sprechen Fußball-Fans ja schon bald vom „Cookin‘ Gnabry“. (Nico Scheck)

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