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Serbische Nationalmannschaft: Geschichte, Spieler, Titel – Alles Wichtige im Überblick

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Von: Andreas Apetz

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Die serbische Nationalmannschaft bei einem Länderspiel im März 2022.
Die serbische Nationalmannschaft bei einem Länderspiel im März 2022. (Archivfoto) © Camera 4/Imago Images

Serbien gehört zu den Außenseitern bei der WM 2022 in Katar. Doch die Nation hatte ein „goldenes Zeitalter“. Die Geschichte der serbischen Nationalmannschaft.

Belgrad – Auch wenn die serbische Nationalmannschaft nicht zu besten Teams der Welt gehört, so hat die Nation doch mehrere Toptalente hervorgebracht. Ausgezeichnete Spieler wie Nemanja Vidic, Aleksandar Kolarov oder Nemanja Matic standen bereits für Serbien auf dem Rasen. Große Erfolge konnten die „Orlovi“ (serbisch für „die Adler“) in ihrer kurzen Geschichte als eigenständige Nationalmannschaft allerdings noch nicht erzielen.

Serbische Nationalmannschaft: Der Beginn

Als im Jahre 1896 der serbische Kaufmann Hugo Buli den ersten Lederfußball aus Deutschland nach Belgrad mitbrachte, übernahm der Fußball die Herrschaft im damaligen Königreich Serbien. Es begann der Aufbau eines ersten losen Ligasystems mit zahlreichen kleinen Vereinen und erste Turniere wurden ausgetragen. Am 18. April 1919 gründete sich der Fudbalski savez Srbije (FSS) als Dachorganisation sämtlicher serbischen Fußballverbände.

VerbandFudbalski savez Srbije (FSS)
Gründungsjahr2006
Erstes Länderspiel16. August 2006 gegen Tschechien (3:1-Sieg)
Größte ErfolgeVize-Europameister (1960, 1968) und Olympia-Sieger (1960) als jugoslawische Nationalmannschaft
RekordnationalspielerBranislav Ivanović (105 Spiele, Stand 07.06.2022)
RekordtorschützeAleksandar Mitrović (45 Tore, Stand 07.06.2022)

Mit der Bildung des Königreichs stand im Jahr 1918 das erste Mal eine ausgewählte Nationalmannschaft auf dem Rasen, die aus den besten Spielern der zugehörigen Länder bestand. Zu ihrem ersten Turnier, der Weltmeisterschaft von 1930, fuhr Jugoslawien mit einem größtenteils serbischen Kader. Der Einzug ins Halbfinale wird noch heute als historischer Teil des serbischen Fußballs gefeiert und läutete das „goldene Zeitalter“ der jugoslawischen Nationalmannschaft ein.

Serbische Spieler in der jugoslawischen Nationalmannschaft: Die besten Jahre

Zwischen 1930 und 1968 stand der Verband der jugoslawischen Staaten auf seinem fußballerischen Höhepunkt. Die Nationalmannschaft erreichte bei acht Welt- und vier Europameisterschaften sowie zehn Olympischen Spielen die Endrunde. Obwohl der Trophäenschrank leer blieb, zählten die Jugoslawen stets als gefährlicher Gegner und möglicher Titelanwärter. Zweimal scheiterte man knapp im Finale der Olympischen Spiele, ehe es 1960 gelang, die Goldmedaille zu gewinnen. Im selben Jahr wurde Jugoslawien Vize-Europameister.

Serbien trug in der goldenen Zeit des jugoslawischen Fußballs besonders durch seine offensiven Spieler zum Erfolg der Nationalmannschaft bei, allen voran der Flügelspieler Dragan Džajić, der bei der EM 1968 Torschützenkönig wurde und bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres auf den dritten Platz vor Franz Beckenbauer gewählt wurde.

Jugoslawische Nationalmannschaft: Das Ende der goldenen Ära

In den 1970er gelang es Jugoslawien nicht, an die noch kurz zuvor gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Trotz zahlreicher Spieler im Kader, die zu den besten Europas gehörten, blieb die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen von 1984 der größte Erfolg bis zur Auflösung der Nationalmannschaft.

Während der 1980er Jahre entwickelte sich eine neue Generation an Talenten im Südosten Europas. Es entstand eine Mannschaft, die für viele Fußballexperten großes Potenzial besaß. Die Qualifikation zur WM 1990 in Italien beendete man als Gruppenerster ohne Niederlage und startete als möglicher Titelanwärter ins Turnier. Trotz eines dominanten Auftritts scheiterte die jugoslawische Elf im Achtelfinale an der standfesten Abwehrkette der argentinischen Nationalmannschaft und schied im Elfmeterschießen aus.

Zerfall und Wiederaufbau: Die Entstehung der serbischen Nationalmannschaft

Mit Beginn des Jugoslawienkriegs 1990 kam es zwei Jahre später zur Auflösung der Nationalmannschaft. Zwischen 2003 und 2005 spielten serbischstämmige Spieler für die serbisch-montenegrinische Nationalmannschaft, bis sich am 3. Juni 2006 Montenegro offiziell vom Staatsbündnis mit Serbien trennte und sich eine eigenständige serbische Nationalmannschaft bildete.

Nach zwei erfolglosen Auftaktjahren und einem Trainerwechsel übertraf die serbische Nationalmannschaft 2010 unter Star-Trainer Radomir Antić alle Erwartungen und qualifizierte sich für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Dort schied man bereits in der Vorrunde aus. Selbiges glückte auch 2018 bei der WM in Russland. Unter Trainer Dragan Stojković gelang der serbischen Nationalmannschaft auch die Qualifikation zur WM 2022 in Katar. Für eine Fußball-Europameisterschaft konnte sich Serbien bis dato nicht qualifizieren.

Serbische Nationalmannschaft: Die Erfolge

TurnierErfolg (Jahr)
WeltmeisterschaftVierter Platz (1930, 1962)
EuropameisterschaftZweiter Platz (1960, 1968)
Olympische SpieleGoldmedaille (1960)
Stand: 7. Juni 2022

Fußball-Nationalmannschaft von Serbien: Die Rekord-Spieler

Seit der Neugründung der serbischen Nationalmannschaft stand der Innenverteidiger Branislav Ivanovic 105 Mal für seine Nation auf dem Rasen und führt damit die Liste der Rekordspieler vor Aleksander Kolarov (94 Einsätze) und Dusan Tadić (86 Einsätze) an. Was Tore angeht, war Aleksandar Mitrović bislang der erfolgreichste Serbe mit 45 Torerfolgen in 72 Spielen.

PlatzNameErzielte Tore
1Aleksandar Mitrović45
2Dusan Tadić18
3Nikola Zigic16
4Branislav Ivanovic13
5Aleksandar Kolarov11
6Ziran Tosic11
7Milan Jovanovic11
8Danko Lanzovic11
9Marko Pantelic10
10Adem Ljajic9
Stand: 7. Juni 2022

Der aktuelle Kader der Serbischen Nationalmannschaft für die WM 2022

Trainiert wird die Mannschaft seit 2021 vom erfahrenen Nationalspieler und Trainer Dragan Stojković. Das Auftaktspiel bei der WM 2022 in Katar wird die serbische Nationalmannschaft am 24. November um 20 Uhr gegen Brasilien bestreiten. Der Spielplan zur WM 2022 steht bereits fest. Danach warten Kamerun und die Schweiz und die serbische Auswahl. Bei fr.de finden Sie außerdem einen Überblick über alle Gruppen bei der WM 2022 sowie eine Auflistung aller Teams bei der WM 2022. (Andreas Apetz)

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