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Schweizer Nationalmannschaft: Die Geschichte der „Nati“ – Spieler, Trainer, Titel und Erfolge

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Von: Andreas Apetz

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Die Schweizer Nationalmannschaft bei einem Länderspiel im Juni 2022.
Die Schweizer Nationalmannschaft bei einem Länderspiel im Juni 2022. (Archivfoto) © JustPicture/ Imago Images

Die Schweizer Nationalmannschaft zählt bei den großen Turnieren zu den Außenseitern. Dabei verbindet das Land eine lange Tradition mit dem Fußball.

Bern – Die Schweizer Nationalmannschaft hat seit jeher eine Außenseiterrolle auf der großen Fußball-Bühne: Bei den Weltmeisterschaften hat es seit 1954 nicht mehr mit dem Vorstoß ins Viertelfinale geklappt. Auch beim europaweiten Turnier hat es nie für mehr als die Runde der besten acht Teams gereicht. Dabei war die Schweiz das Fußball-Pionierland in Europa.

Schweizer Nationalmannschaft: Die Gründung

Nach Großbritannien war die Schweiz das erste Land Europas, in welchem Fußball gespielt wurde. Die Sportart gelangte in den frühen 1870er über britische Studenten und Kaufleute in die Genferseeregion. 1895 wurde „Schweizer Football-Association“ gegründet und im Jahr 1904 war das Land eines der sieben Gründungsmitglieder der FIFA. Seit 1913 wurde der Schweizer Verband in Schweizerischer Fußballverband (SFV) umbenannt.

VerbandSchweizer Fußballverband (SFV)
Gründungsjahr1895
Erstes Länderspiel12. Februar 1905 gegen Frankreich (0:1-Niederlage)
Größte ErfolgeWM-Viertelfinale (1934, 1938, 1954)
RekordnationalspielerHeinz Hermann (118 Spiele, Stand 17.06.2022)
RekordtorschützeAlex Frei (42 Tore, Stand 17.06.2022)

Bereits in den 1890er nahm die Schweiz auf Vereinsebene an internationalen Turnieren teil. Am 12. Februar 1905 wurde in Paris das erste offizielle Länderspiel gegen Frankreich ausgetragen. Der Sieg ging mit 1:0 an die Franzosen. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Schweizer Fußball stark eingeschränkt. Zahlreiche Fußballfelder wurden zu Ackerflächen umfunktioniert, ehe man 1920, nach Ende des Krieges, den Sport wieder stark machte.

Schweizer Nationalmannschaft: Die Anfänge und ersten Turniere

Mit 17 Spielern fuhr das Schweizer Nationalteam zu den Olympischen Sommerspielen von 1924. Als stärkstes europäisches Team stand die Schweiz schließlich Uruguay im Finale gegenüber. Das Spiel ging mit 2:1 an die Südamerikaner und bescherte den Schweizern eine überraschende Silbermedaille und den inoffiziellen Titel des Europameisters.

In den Jahren darauf sank das Leistungsniveau der Schweizer Nationalmannschaft spürbar. Bei den nächsten Olympischen Spielen schied man schon in der Vorrunde aus und bei der Weltmeisterschaft von 1934 erreichte die „Nati“ mit mehr Glück als Verstand das Viertelfinale. Zwischen 1934 und 1938 konnte nur jedes vierte Länderspiel gewonnen werden.

Nach einer sportlichen Pause während des Zweiten Weltkrieges wurde ab 1945 in der Schweiz wieder Fußball gespielt. Nach einer enttäuschenden WM in Brasilien im Jahr 1950 gelang es dem SFV, die Weltmeisterschaft in die Schweiz zu holen. Am 26. Juni traf die Schweizer Nationalmannschaft im Viertelfinale auf die Nationalelf Österreichs. Die Partie entwickelte sich zum torreichsten Spiel der Weltmeisterschaftsgeschichte und endete mit 5:7 für Österreich. Das Spiel ist seitdem als die „Hitzeschlacht von Lausanne“ bekannt.

Fußballnationalmannschaft der Schweiz: Die „Nati“, der ewige Underdog

Auch nach einer euphorisierenden WM nahm die Leistung der Nationalmannschaft der Schweiz weiter ab. In den 1970er Jahren wurden die Spiele der „Nati“ häufig als „ehrenvolle Niederlage“ bezeichnet. Die Nationalmannschaft verlor überproportional viele Spiele, meist aber mit nur einem Tor Unterschied. Ein Remis gegen einen stärkeren Gegner wurde als Sieg gefeiert. Ende der 80er Jahre sollte eine überfällige Reform der Verbandsstrukturen und Juniorenförderung den Aufschwung bringen.

Der Wandel vom defensiven Underdog zu attraktiverem Offensivfußball ermöglichte 1994 die Qualifikation für die Endrunde der Weltmeisterschaft. Es war die erste Teilnahme an einer WM-Endrunde seit 28 Jahren. Dort schaffte man es bis ins Achtelfinale, wo man auf Spanien traf und mit 3:0 verlor.

Im Jahr 2001 übernahm der ehemalige Nationalspieler Jakob „Köbi“ Kuhn den Trainerposten der Nationalmannschaft und leitete einen deutlichen Aufwärtstrend ein. Er schaffte den langersehnten Generationenwechsel und integrierte junge Spieler in die Schweizer Nationalmannschaft.

Schweizer Nationalmannschaft: Umschwung und Erfolge

Nach acht Jahren wechselte die „Nati“ im Jahr 2008 ihren Trainer. An Kuhns Stelle trat der ehemalige FC Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Er erreichte mit den Schweizer Fußballern in sechs Jahren zweimal das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft und einmal das Achtelfinale der EM.

Mit Hitzfelds Abgang übernahm Vladimir Petković die Schweizer Nationalmannschaft und läutete die erfolgreichste Phase des Teams ein. Unter ihm strahlte die „Nati“ seit langer Zeit wieder Dominanz aus und qualifizierte sich als Gruppenerster für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In der UEFA-Nations League spielte die Schweiz in der höchsten Liga. Auch die Qualifikationsphase für die EM 2021 schloss Petković mit seinem Team auf dem ersten Tabellenplatz ab und erreichte beim Turnier in ganz Europa das Viertelfinale. 2021 beendete der Cheftrainer seine Zeit bei der Schweizer Nationalmannschaft. Grund dafür sollen unter anderem die Allüren der Nationalspieler gewesen sein. Seit August 2021 coacht Murat Yakin, selbst ehemaliger Nationalspieler, das Team.

Schweiz: Die Erfolge

Turnier (Erfolg)Jahr
Weltmeisterschaft (Viertelfinale)1934, 1938, 1954
Europameisterschaft (Viertelfinale)2021
Olympia (Silber-Medaille)1924
Stand: 17. Juni 2022

Die Rekordspieler und Toschützen der „Nati“

Die meisten Einsätze für die Schweizer Nationalmannschaft hat Mittelfeld-Legende Heinz Herman auf dem Konto. Er stand 118 für die „Nati“ auf dem Feld. Ihm folgen Innenverteidiger Alain Geiger mit 112 Partien und der Außenverteidiger Stephan Lichtensteiner mit 108 Einsätzen.

Der beste Torschütze der Schweizer ist aus der Bundesliga bekannt und heißt Alex Frei. Ihm gelangen in 84 Einsätzen 42 Tore. An zweiter Stelle steht das Urgestein Max Abegglen sowie Mittelstürmer Kubilay Türkyilmaz, beide mit jeweils 34 Treffern.

PlatzNameErzielte Tore
1Alex Frei42
2Max Abegglen34
3Kubilay Türkyilmaz34
4Jacques Fatton29
5Trello Abegglen29
6Xherdan Shaqiri26
7Adrian Knup26
8Haris Seferovic25
Charles Antenen22
10Josef Hügi22
Stand: 17. Juni 2022

Der aktuelle Kader der Schweizer Nationalmannschaft für die WM 2022

Die Schweizer Nationalmannschaft wird trainiert von Murat Yakin. Bei der WM 2022 in Katar wird sein Team im ersten Spiel am 24. November auf Kamerun treffen. Der Spielplan zur WM 2022 steht bereits fest. In der Gruppenphase muss die „Nati“ außerdem gegen die brasilianische Nationalmannschaft und Serbien bestehen. Bei fr.de finden Sie einen Überblick über alle Gruppen bei der WM 2022 und eine Auflistung aller Teams bei der WM 2022. (Andreas Apetz)

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