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Schweizer Nationalhymne: Wie der „Schweizerpsalm“ die Nation spaltet

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Von: Andreas Apetz

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Die Schweizer Nationalmannschaft beim Singen der Nationalhymne
Die Schweizer Nationalmannschaft beim Singen der Nationalhymne. (Archivfoto) © Insidefoto/Imago Images

Die Schweizer Nationalhymne wird von vielen Teilen der Nation als veraltet empfunden und deshalb abgelehnt. Das müssen Sie zum „Schweizerpsalm“ wissen.

Bern – Die Nationalhymne dient als Ausdruck des National- oder Staatsbewusstsein. Während in manchen Ländern jede Zeile stolz und inbrünstig mitgesungen wird, sind die Schweizer eher etwas verhalten. Mittlerweile scheint es schon fast zur Tradition zu gehören, vor jedem Länderspiel der Schweizer Nationalmannschaft mitzuzählen, wie viele Profis das Mitsingen verweigern.

Ob es am Text oder der fehlenden Identifikation mit dem eigenen Land liegt, wird von Fans und in den Medien immer wieder breit diskutiert. Schon häufiger wurde über eine Änderung des „Schweizerpsalms“ gesprochen.

Wie lautet der Text der Schweizer Nationalhymne?

Wie wurde der „Schweizerpsalm“ zur Nationalhymne der Schweiz?

Den „Schweizerpsalm“ gibt es bereit seit 1843. Schon damals wurde er häufig bei patriotischen Feiern und Festlichkeiten angestimmt und gesungen. Geschrieben wurde die Schweizer Hymne von Leonhard Widmer und Alberich Zwyssing. Das Stück existiert in allen vier Landessprachen, nämlich Deutsch, Französisch, Rätoromanisch und Italienisch.

Bis in die 1950er Jahre hinein gab es immer wieder Versuche, den Psalm zur Schweizer Nationalhymne zu ernennen. Er sollte die populäre Hymne „Rufst du, mein Vaterland“ ablösen, welche zur Melodie von „God save the Queen“ gesungen wurde. Erst, als es bei diplomatischen Auftritten zwischen der Schweiz und Großbritannien mehrfach zu Missverständnissen beim Singen der Nationalhymnen kam, wurde der „Schweizerpsalm“ 1965 als neues Staatslied bestimmt.

Diskussion über Änderung der Schweizer Nationalhymne

Da der Text der Nationalhymne von vielen Schweizer:innen als zu schwülstig, zu religiös und zu patriotisch empfunden wird, gab es bereits mehrmals die Bestrebung, die Hymne umzuändern. Im Jahr 2004 wurde mit dem Stück „Härzland“ eine modernere Hymne als Ersatz für den „Schweizerpsalm“ vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde später jedoch abgelehnt.

Obwohl 2012 sogar ein Wettbewerb zur Gestaltung einer neuen Schweizer Nationalhymne ins Leben gerufen worden war, wurde der „Schweizerpsalm“ bislang nicht ersetzt. Der Schweizer Bundesrat argumentierte 2014, die „heutige Landeshymne brauche den Vergleich mit zeitgenössischen Schöpfungen nicht zu scheuen und sei dank ihrer Bekanntheit eine würdige Landeshymne“. (Andreas Apetz)

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