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Und wieder schlägt es im Schweizer Kasten ein.

EM-Qualifikation

Bitteres Deja-vu für die Schweiz

Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft verschenkt auf bizarre Art und Weise einen sicheren Sieg gegen Dänemark. Das 3:3 von Basel weckte unschöne Erinnerungen.

3:3 nach einer 3:0-Führung – Breel Embolo brachte die Gefühlslage der Schweizer auf den Punkt. „Es ist bitter. Wir sind heute die Verlierer, obwohl wir einen Punkt haben“, sagte der leidgeprüfte Schalker Fußball-Bundesligaprofi.

Allein das Ergebnis, dieses 3:3 (1:0) in der EM-Qualifikation gegen Dänemark, lässt auf ein turbulentes Spiel schließen. Was sich aber in den letzten Minuten auf dem Rasen im Basler St. Jakob-Park abspielte, schwankte irgendwo zwischen Slapstick und Chaos.

„Das trifft uns ins Däne-Mark“, titelte der Blick. Bis zur 84. Minute führten die Eidgenossen dank der Treffer von Remo Freuler (19.), dem Ex-Gladbacher Granit Xhaka (66.) und Embolo (76.) 3:0, nichts deutete auf den Leistungseinbruch hin, der kurz darauf folgen sollte. Doch Mathias Jörgensen (84.), Christian Gytkjaer (88.) und Henrik Dalsgaard (90.+3) sorgten für blankes Entsetzen auf den Tribünen. Nach Abpfiff machten die Fans durch Pfiffe ihrem Unmut Luft.

Die Schweizer Medien sahen eine Mitschuld bei Nationaltrainer Vladimir Petkovic. In der 78. Minute wechselte er Kapitän Xhaka aus, die Stabilität und ordnende Hand auf dem Platz ging völlig verloren, am Ende auch der Sieg. „Nati-Coach Petkovic wechselt den Sieg aus!“ schrieb der Blick und sprach von einem „Dänemark-Irrsinn“. Petkovic verteidigte den Wechsel. „Er hat mich schon zehn Minuten davor gebeten, ausgewechselt zu werden. Granit hatte Adduktoren-Probleme, er konnte nicht mehr“, sagte der Coach.

Torwart Yann Sommer wollte den Ausfall des Arsenal-Profis nicht im Ansatz als Entschuldigung für das Kollektivversagen in den Schlussminuten gelten lassen. „Das ist viel zu einfach“, sagte der Gladbacher Keeper, der beim Ausgleichstreffer unsicher wirkte: „Klar ist er ein wichtiger Spieler, eine Stütze im Mittelfeld. Aber wir haben 3:0 geführt, bei aller Liebe, als so gute Mannschaft wie wir es sind, müssen wir das nach Hause bringen.“

Und so erlebten die Schweizer ein unschönes Deja-vu. Im September 2013 gaben sie in der WM-Qualifikation gegen Island unter Trainer Ottmar Hitzfeld eine 4:1-Führung aus der Hand, am Ende stand es 4:4. Immerhin: Die Turnierteilnahme glückte anschließend, auch dieses Mal ist die Lage mit vier Punkten aus zwei Spielen keinesfalls besorgniserregend. Deutschland verspielte gegen Schweden sogar schon einmal einen 4:0-Vorsprung...

„So ist Fußball manchmal. Mal stehen wir auf der anderen Seite und machen noch das Tor“, sagte Innenverteidiger Manuel Akanji von Borussia Dortmund: „Klar ist es scheiße, wenn man 3:0 vorne ist. Aber wir werden daraus lernen und es nächstes Mal besser machen.“

Vielmehr herrschte nach dem ersten Ärger die Freude über die gute Leistung bis zur 80. Minute vor. „Wir wissen trotzdem, dass wir jeden schlagen können. Es liegt nur an uns. Das ist das Positive, was wir heute mitnehmen können“, sagte Embolo.

Mit der EM-Quali müssen sich die Schweizer aber erst einmal nicht beschäftigen. Am nächsten Doppelspieltag im Juni steht für die Eidgenossen die Finalrunde der Nations League auf dem Programm. Am 5. Juni trifft das Petkovic-Team im Halbfinale auf Europameister Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. (sid)

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