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Die größte Einnahmequelle der Fußball-Bundesligisten sind die TV-Erlöse. Der Rest stagniert.

DFL-Wirtschaftsreport

Schrumpfende Gewinne und weniger Gewinner

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Die DFL weist einen Rekordumsatz aus - doch nur dank der TV-Erlöse. Der Wirtschaftsreport ist kein Ruhmesblatt für Deutschlands Fußball-Erstligisten.

Die Erste Fußball-Bundesliga hat in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsreport für die Saison 2017/18 einen um rund 440 Millionen Euro gestiegenen Rekordumsatz von 3,81 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Steigerung der Einnahmen des deutschen Fußball-Oberhauses beruht indes vor allem auf den üppigen TV- und Streaming-Einnahmen (Sky, Dazn, Eurosport, ARD, ZDF, Sport1), die von 960 Millionen Euro pro Saison auf 1,25 Milliarden Euro anstiegen (plus 30 Prozent). Etwas weniger dynamisch entwickelten sich Einnahmen aus Eintrittsgeldern (von 503 auf 538 Millionen) und Werbung (von 854 auf 871 Millionen).

Für alle 18 Erstligisten, die durchschnittlich pro Klub rund 56 Prozent mehr einnahmen als vor vier Jahren, ergab sich zusammen lediglich ein Überschuss nach Steuern von knapp 102 Millionen Euro, 32 Prozent weniger im Vergleich zur vorigen Spielzeit und weniger als halb so viel wie in der Spielzeit 2015/16, als noch 206 Millionen Euro in den Kassen liegen blieben.

Zudem: Allein die Bayern (29,5 Millionen Euro) und Borussia Dortmund (28,5 Millionen) sorgten für fast zwei Drittel dieses kumulierten Gewinns aller Klubs. Gewinn machten lediglich 13 von 18 Bundesligisten. In den beiden Jahren zuvor waren es noch jeweils 16 gewesen. Ein Ruhmesblatt ist das nicht, zumal die Transferaufwendungen die Erträge deutlich überstiegen. Es wurden Spieler für 645 Millionen Euro verkauft und für 839 Millionen Euro eingekauft – ein Transferminus von nahezu 200 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. 2015/16 hatten die 18 Eliteklubs gar noch einen Transferüberschuss von 21 Millionen Euro erwirtschaftet.

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Die zweite Liga tritt derweil auf der Stelle. Die 18 Klubs lagen 2017/18 zwar im Umsatz erneut und damit zum dritten Mal in Folge über der 600-Millionen-Euro-Marke. Die erlösten 608 Millionen Euro sind fast auf den Cent genauso viel wie zwei Jahre zuvor. Den Erlösrückgang um 27 Millionen Euro gegenüber 2016/17 erklärt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit der „veränderten Zusammensetzung der Spielklasse infolge von Auf- und Abstiegen“. Immerhin erwirtschafteten die 18 Zweitligisten zusammen einen Überschuss von 26,7 Millionen Euro. Gemeinsam kommen erste und zweite Liga auf einem Gesamterlös von 4,42 Milliarden Euro. „In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der deutsche Profifußball damit ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 8,6 Prozent“, so die DFL.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert stellte den Report entgegen der sonstigen Gewohnheit dieses Jahrzehnts erstmals nicht persönlich vor. Die Zahlen wurden lediglich online veröffentlicht und Seifert so zitiert: „Digitalisierung und Globalisierung werden dem deutschen Profifußball in den kommenden Jahren weitere Chancen eröffnen.“ Die neuen TV-Verträge, die aber erst ab 2021 geschlossen werden, sollen dazu beitragen. Man wird sehen.

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