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Pack schlägt sich, Pack verträgt sich: Die diskussionsfreudigen Trainer Christian Streich (links) und Bo Svensson nach Spielschluss.
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Pack schlägt sich, Pack verträgt sich: Die diskussionsfreudigen Trainer Christian Streich (links) und Bo Svensson nach Spielschluss.

Mainzer Nullnummer gegen Freiburg

Schlechtes Spiel, gute Worte

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Mainz und Freiburg spielen beim 0:0 derart eklig, dass es nicht zum Ansehen ist - die beste Szene des Tages kommt von Freiburgs Trainer Christian Streich nach Spielende.

Als die wenig anmutige Begegnung dann endlich vorbei war, balgten die beiden Trainer sich in einer gegenseitigen freudigen Erregung, als hätten sie gerade ein Fußballspiel der Superlative erlebt. Aber das war nur eine optische Täuschung. Denn später in der Pressekonferenz machten Bo Svensson und Christian Streich keinen Hehl daraus, dass die als Spitzenspiel angekündigte Partie von Mainz 05 gegen den SC Freiburg nur ein Versprechen gewesen war. Die Wahrheit war dann leider ein 0:0 der unansehnlichen Art. Denn die Zerstörung der gegnerischen Anstrengungen hatte ganz oben auf der To-Do-Liste gestanden.

Und noch nicht einmal das hatte so gut geklappt wie geplant. Svensson kommunizierte seine Unzufriedenheit wie gewohnt deutlich. Der Däne war eine ganze Halbzeit lang mit dem ligaweit berüchtigten Anlaufverhalten und Pressing seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen. Und auch die Tatsache, dass Mainz 05 im fünften Saisonspiel nun schon zum vierten Mal ohne Gegentor geblieben war, machte ihn nicht froh: „Dass wir zu Null gespielt haben, heißt noch lange nicht, dass ich mit dem Defensivverhalten zufrieden war.“

Zumindest ein klein wenig unzufrieden sollte der ja völlig zurecht hochgelobte Mainzer Chefcoach aber auch mit seinem Gewese an der Außenlinie sein. Svensson hat es sich inzwischen bedauerlicherweise angewöhnt, jede noch so profane Schiedsrichterentscheidung gegen die Seinen gestenreich zu begleiten und mit dem Vierten Offiziellen zu diskutieren, als sei ihnen gerade eine furchtbare Ungerechtigkeit widerfahren. Besser wäre es, wenn seine Mannschaft weiterhin mit sauberer Zweikampfführung Bälle erobern würde. Und besser wäre es außerdem, wenn sich Svensson nach Spielschluss einfach zum Schiedsrichterteam begäbe und diesem die Hand reichte, als sich noch ausufernd über eine in der Tat unglückliche Vorteilsentscheidung zu mokieren.

In der zweiten Halbzeit gelang es Mainz 05 immerhin öfter, den Freiburgern die Bälle rumpelfußballfrei zu klauen, es sprangen sogar ein paar Chancen heraus, die beste durch den hinterher überaus selbstkritischen Stürmer Jonathan Burkardt, dessen Linksschuss der aufmerksame Freiburger Torwart Mark Flekken nach einer knappen Stunde mit dem rechten großen Zeh entschärfte. Auf der anderen Seite ergab sich die einzige klare Freiburger Chance in der letzten Minute der Nachspielzeit, als der just eingewechselte Vincenzo Grifo im Mainzer Keeper Robin Zentner seinen Meister fand.

Dass Offensivmann Grifo nicht zur Freiburger Startelf gehörte, sondern dafür der Verteidiger Manuel Gulde zur Absicherung dazugenommen worden war, sagte viel über die Zielsetzung der Gäste. Svensson ließ seinen besten Techniker, den Südkoreaner Jae-sung Lee, gar komplett draußen. Keiner der Mainzer Spieler redetet das schlechte Spiel hinterher gut, das war vielleicht das Beste an diesem milden Nachmittag im ausverkauften Haus vor 13 500 Fans.

Streichs Entschuldigung

Und allemal bemerkenswert geriet auch die selbstkritische Auftaktbemerkung von Christian Streich in der Pressekonferenz. Er habe sich die vergangenen zwei Tage „abartig“ über sich selbst geärgert, sagt der Freiburger Trainer. Und zwar deshalb, weil er in der Pressekonferenz vor dem Spiel verraten hatte, dass er Mainz 05 als realistischen Anwärter auf einen Europacupplatz erachtet. „Dieser Scheiß, am fünften Spieltag über den Europapokal zu reden, was mich wahnsinnig aufgeregt hätte, wenn das von irgendwo gekommen wäre – genau das habe ich gemacht.“ Er habe „nicht genug nachgedacht“ und sich zu einem solchen „Blödsinn“ hinreißen lassen. Bei den Mainzern habe er sich deshalb bereits entschuldigt, denn er wisse ja, dass die solche Voraussagen ganz sicher nicht brauchen könnten.

Bo Svensson nahm die Entschuldigung lächelnd an. „Christian wollte uns einfach loben. Das war der Respekt von seiner Seite für das, was wir geleistet haben.“

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