Jürgen Klinsmann

Weg vom Schirm

Klinsmann arbeitet nicht mehr als RTL-Experte.

Nach seinem unwürdigen Abgang bei Hertha BSC wird Jürgen Klinsmann auch nicht mehr für RTL als Fußballexperte arbeiten. In einer Mitteilung schrieb der TV-Sender, dass Klinsmann auf „eigenen Wunsch“ nicht mehr zur Verfügung steht. „Wir verstehen und respektieren seine Entscheidung. Wir haben ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zu Jürgen Klinsmann und bedanken uns für die gute und professionelle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr“, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe.

Allerdings soll der Impuls zur Trennung von RTL ausgegangen sein. Eine vertragliche Verpflichtung besteht nicht mehr. Der Vertrag sei Ende 2019 ausgelaufen.

Der 55 Jahre alte ehemalige Bundestrainer arbeitete seit März 2019 für den Sender als Experte und war bei acht Qualifikationsspielen zur EM und zwei Freundschaftsspielen der deutschen Nationalmannschaft dabei, ohne dabei in seinen Analysen allerdings sonderlich viel Tiefgang zu offenbaren.

Wer für Klinsmann als Experte bei RTL zum Einsatz kommt, ist offen. Der Sender überträgt vor der EM im Sommer noch die vier Testspiele der DFB-Auswahl gegen Spanien am 26. März in Madrid, gegen Italien am 31. März in Nürnberg, am 31. Mai gegen die Schweiz in Basel und am 8. Juni in Sinsheim (Gegner noch offen).

Derweil hat auch der frühere Hertha-Trainer Friedhelm Funkel das Verhalten von Klinsmann gegenüber dem Berliner Bundesligisten als „unterirdisch“ kritisiert. „Dass Jürgen Klinsmann jetzt so nachtritt – das habe ich noch nie erlebt. Und ich bin seit fast 50 Jahren in der Bundesliga“, sagte Funkel. „Ich habe keine Ahnung, was ihn da geritten hat. Er war doch nur zehn Wochen da. In dieser Zeit kann man gar nicht so viele negative Erlebnisse gehabt haben, wie die, die er jetzt heranzieht“, führte Funkel in der „Welt“ aus. Die Hertha-Verantwortlichen hätten dies „in keiner Weise verdient“, befand der 66-Jährige. Funkel war selbst von 2009 bis 2010 für zehn Monate Trainer beim Hauptstadtklub.

Klinsmann beanspruche „unfassbare Machtbefugnisse“ für sich, „die totale Macht eines Trainers, so wie sie Klinsmann vorschwebt, gibt es in Deutschland nicht. Und ich finde, das ist auch gut so“, sagte Funkel. 

dpa/sid/FR

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