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Nicklige Angelegenheit: Bo Svensson sieht Gelb, weil er sich mit dem Kölner Co-Trainer Kevin McKenna (Mitte) anlegt.
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Nicklige Angelegenheit: Bo Svensson sieht Gelb, weil er sich mit dem Kölner Co-Trainer Kevin McKenna (Mitte) anlegt.

Mainz gegen Köln

Scharmützel im Kabinentrakt

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Mainzer Chefcoach Bo Svensson fühlt sich beim 1:1 vom Kölner Co-Trainer Kevin McKenna übel beleidigt. Svensson ist enttäuscht von seiner Mannschaft.

In einem aufregenden, aber nicht immer hochklassigen letzten Bundesligaspiel des Wochenendes hat Mainz 05 es verpasst, in einer kurzen Sturm-und-Drang-Phase der letzten zehn Minuten über ein 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln hinauszukommen. Der ehemalige Mainzer Luca Kilian rettete mit seiner Monstergrätsche drei Minuten vor Ultimo den verdienten Punkt für die Geißböcke. Kilian feierte seine Aktion zu Recht wie ein Tor.

Bereits zur Pause hatte der Kölner Trainer Steffen Baumgart das Zwiegespräch mit Schiedsrichter Deniz Aytekin gesucht. Der Grund: Baumgart fand da noch, dass der Mainzer Verteidiger Stefan Bell für sein Foul aus der 42. Minute gegen den durchgebrochenen Anthony Modeste einen Platzverweis verdient gehabt hätte. Aytekin beließ es bei einer Verwarnung. Baumgart sagte später als fairer Sportsmann, er erkenne die Entscheidung an, Bells Foul sei unabsichtlich geschehen, zudem habe Modeste den Ball nicht sicher kontrolliert.

Der Kölner musste mit einer Hüftprellung ausgewechselt werden. Bell ist nächste Woche gelbgesperrt. Der Mainzer räumte ein, er habe Glück gehabt, dass Aytekin mit Nachsicht reagiert hatte. Es habe sich um einen „unglücklichen Auffahrunfall“ gehandelt, „Modeste hat einen fiesen Bluterguss und ich eine Prellung am Fuß. Ich habe ihn hart getroffen.“

Zu diesem Zeitpunkt hätten die viel schwungvolleren Gäste längst führen müssen. Nacheinander vergaben Ondrej Duda, Kilian und Modeste hochkarätige Chancen. Stattdessen traf Mainz 05 praktisch aus dem Nichts: Stürmer Jonathan Burkardt demonstrierte in der 41. Minute seine inzwischen gewonnene Effektivität. Die Führung wurde von den starken Gästen gleich nach der Pause durch Salih Özcan nach Freistoß von Mark Uth egalisiert.

Da war Dominik Kohr längst schon nicht mehr auf dem Platz. Der Ex-Frankfurter musste schon nach einer guten halben Stunde mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt werden. Trainer Bo Svensson hatte die Verletzungspause prompt zu einer dringend benötigten Teambesprechung an der Seitenlinie genutzt. Zu unzufrieden war der Däne bis dahin mit seiner Mannschaft gewesen, die auch gedanklich viel zu oft langsamer war als die patenten Kölner. Hinterher sagte der Däne in seiner typisch unverstellten Bo-Svenssson-Art: „Intensität und Aggressivität haben 75 Minuten total gefehlt.“ Er hatte Recht.

Intensität und Aggressivität waren dafür schon in der Pause weit überschüssig zu spüren gewesen. Der Kölner Co-Trainer Kevin McKenna habe ihn persönlich beleidigt, klagte Svensson. „Ich kann vieles vertragen, aber da wurde eine Grenze überschritten.“ Später gerieten beide am Spielfeldrand noch einmal aneinander. Es gab Gelb sowohl für McKenna als auch für Svensson – bereits die dritte Verwarnung für den Mainzer Trainer, der bei einem weiteren Gelb für ein Spiel gesperrt würde. Er kündigte an, sein Verhalten in der Coaching-Zone selbstkritisch zu überprüfen. Sein Ärger über McKenna, der laut Baumgart vorgab, keine Bösartigkeiten in Richtung Svensson getätigt zu haben, blieb mächtig: „Wenn er sagt, dass es nichts gesagt hat, macht es das nicht besser. Ich habe Ohren.“

In der Halbzeitpause hatte es nicht nur Zoff im Kabinentrakt, sondern für langgediente Mainzer Fans ein schönes Retroerlebnis auf dem Feld gegeben. Die seinerzeit vom 2013 verstorbenen Wolfgang Frank heroisch aus dem Abstiegssumpf der zweiten Liga gecoachte Mannschaft von 1995/96 um den damaligen Torjäger Sven Demandt und den späteren Eintracht-Profi Thomas Zampach war zu Besuch und wurde dem Publikum vorgestellt. Es gab sehr freundlichen Beifall.

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