Clemens Tönnies, Ex-Aufsichtsratschef von Schalke 04, verfolgt dessen 0:8 Niederlage gegen Bayern München auf der Tribüne.
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Clemens Tönnies, Ex-Aufsichtsratschef von Schalke 04, verfolgt dessen 0:8 Niederlage gegen Bayern München auf der Tribüne.

Niederlage gegen Bayern München

„Schande“ auf Schalke - Besuch von Clemens Tönnies erhitzt die Gemüter

Der FC Schalke 04 blamiert sich beim 0:8 gegen Bayern München. Der Stadionbesuch von Ex-Boss Clemens Tönnies sorgt zusätzlich für Ärger.

München - Der Blick auf die VIP-Tribüne machte die „Schande“ von München für viele Schalker noch unerträglicher. Dort verfolgte Ex-Boss Clemens Tönnies das bayerische „Schlachtfest“ im Kreise der Vorstände Jochen Schneider und Alexander Jobst, als hätte es die Skandale um Fleisch und Rassismus nie gegeben. „Schämt euch!“, lautete einer der netteren Fan-Kommentare im Netz, Tönnies habe „echt kein Gewissen“ und „gar kein Schamgefühl“, der Vorstand verhalte sich „vereinsschädigend“.

Letzteres galt für den gesamten Auftritt von Schalke 04 bei diesem peinlichen 0:8 (0:3), der höchsten Knappen-Pleite seit fast 51 Jahren (0:8 beim 1. FC Köln). Bastian Oczipka sprach bei DAZN von einer "Schande", Ersatzkapitän Benjamin Stambouli ächzte im ZDF: "Das tut weh. Wir spielen Fußball, um Spaß zu haben - heute war kein Spaß."

Trainer David Wagner nannte die kopflose Vorstellung seiner Elf, die er mit zunehmender Hilflosigkeit verfolgt hatte, "naiv". Wie nur, fragen sich viele in Königsblau angesichts der Horror-Serie von jetzt 17 Spielen ohne Sieg, soll Wagner das Ruder rumreißen? Darf er es überhaupt noch? Der 48-Jährige steht vor dem Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen mit dem Rücken an der Wand.

"Wir müssen uns jetzt schütteln, diese herbe Niederlage hinnehmen und gegen Bremen die Reaktion zeigen, die wir selber von uns erwarten", sagte Wagner. Dass seine Mannschaft mit Debütant Goncalo Paciencia auch nach dem vierten, fünften Gegentor noch planlos nach vorne gestürmt war, fand er "wahnsinnig ärgerlich". Die Aussage zeigte, dass Wagner sein Team zumindest in dieser Phase nicht mehr erreichte.

Die gute Nachricht sei jedoch, dass Schalke das "schwerste Spiel der Saison jetzt gespielt" habe, betonte Wagner über seinem Cola-Glas: "Wir werden nicht jede Woche gegen so eine Truppe antreten müssen." Dass in Kapitän Omar Mascarell, Matija Nastasic und Salif Sane drei wichtige Defensivspieler fehlten und mit Suat Serdar (Muskelverletzung am rechten Oberschenkel) ein weiterer früh raus musste, bemühte Wagner nicht als Ausrede.

Stattdessen versuchte er fast verzweifelt, Optimismus zu verbreiten. "Ich habe Hoffnung, weil ich Vertrauen in die Mannschaft und ihre Qualität habe, die sie heute nicht gezeigt hat", betonte Wagner. Er sei "felsenfest überzeugt", dass es gegen Bremen besser werde, ergänzte er unbeirrt. Dann trank er seine Cola mit zwei großen Schlucken aus und ging. (sid)

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