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Kaum vom Ball zu trennen: Rodrigo Zalazar (li.). Foto: imago images
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Kaum vom Ball zu trennen: Rodrigo Zalazar (li.).

Spannung in der Zweiten Liga

Schalke kommt in die Spur

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die Knappen präsentieren sich beim Spitzenspiel in Hamburg wehrhaft und unbeugsam

Als der Mannschaftsbus nach dem 1:1 des FC Schalke 04 beim Hamburger SV schon weit nach Mitternacht den Elbtunnel zur Weiterfahrt nach Gelsenkirchen erreichte, herrschte gute Laune. Aber auch die Erschöpfung war zuvor allenthalben zu erspüren gewesen. Gleich sieben Schalker Spieler lagen nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Denis Aytekin wie Käfer auf dem Rücken im Hamburger Volkspark. Sie waren 85 Minuten dem 0:1-Rückstand von Robert Glatzel aus der zweiten Minuten nachgerannt. In der 87. Minute wurden sie für Eifer und Können belohnt: Nach prächtiger Vorarbeit des eingewechselten Marius Bülter landete der 29. (!) Schuss der Knappen endlich im Hamburger Tor. Der von Manchester City ausgeliehene Japaner Ko Itakura war zur Stelle.

Die Leistung und das Ergebnis bescheren Königsblau eine atmosphärisch recht geruhsame Weihnachtszeit. Trainer Dimitrios Grammozis kriegte sich vor Stolz auf sein Team (und auch seinen gebührenden Anteil daran) fast gar nicht mehr ein, haderte aber auch ein wenig mit der Ausbeute: „Wir hatten den Sieg zu hundert Prozent verdient.“

Überragender Zalazar

Nun ja, Prozentrechnung muss ja nicht eines Fußballlehrers beste Disziplin sein, aber ungefähr zu zirka 70 bis 80 Prozent lag Grammozis mit seiner 100-Prozent-Rechnung ja sogar richtig. Die bessere Mannschaft kam am Samstagabend aus dem Pott, und angesichts eines Komplettumbaus im Kader mit Einsparungen bei den Gehältern von rund 60 Millionen Euro darf Sportdirektor Rouven Schröder sich durchaus auch mal selbst auf die Schultern klopfen. „Ab Sommer bis jetzt hier hin kann man stolz sein. Wir hatten einen riesigen Umbruch“, sagte der Ex-Mainzer, der gar nicht genug davon kriegen konnte, jeden Spieler einzeln zu beglückwünschen.

Schröder hat zur Schonung der Kassenlage kluge Leihgeschäfte eingefädelt. Neben dem Japaner Itakura zum Beispiel auch den bei Eintracht Frankfurt entliehenen Rodrigo Zalazar. Der 22-jährige Uruguayer schien der Eintracht noch nicht reif für die erste Liga. Nach einem überragenden Jahr als Frankfurter Leihspieler bei St. Pauli schickt der Tempodribbler sich an, eine zweite starke Saison im Unterhaus zu präsentieren. Die Schalker haben eine Kaufoption über 2,5 Millionen Euro, die Eintracht in dem komplizierten Vertragsgeflecht eine Rückkaufoption,

In Hamburg war Zalazar bester Mann auf dem dem Platz. Die Schalker Willensleistung gegen einen Gastgeber, der noch nie in dieser Saison so ausdauernd so tief in die eigene Hälfte zurückgedrängt worden war, ließ sich gut an dem offensiven Mittelfeldspieler festmachen. Auch vor dem Ausgleich hatte er seine feinen Füße mit im Spiel.

Die zweite Liga verspricht nun eine hochspannende Rückrunde. Denn auch wenn der HSV bei fünf Heimsiegen nun schon sein fünftes Remis im eigenen Haus erlebte, dürfte der Titelkampf angesichts der Kaderstärke und der Entwicklung unter Walter nicht ohne Teilnahme der Rothosen stattfinden. Eigentlich ist beim Hamburger SV seit Übernahme des Traineramts durch den konsequenten Offensiv-Verfechter Tim Walter eine höhere Aufenthaltsdauer in der eigenen Hälfte geradezu verpönt. „Den Mutigen gehört die Welt. Da gehöre ich dazu“, verkündete Walter auch am späten Samstagabend in der Pressekonferenz noch einmal mit gebotener Inbrunst. Von diesem Mut habe ihm diesmal eine Portion gefehlt, ließ der Trainer durchblicken.

Was passiert mit Alidou?

Ein wenig wortkarg wurde Walter, als er nach dem diesmal wenig überzeugenden Toptalent Faride Alidou gefragt wurde. Das Talent des 20-Jährigen war allen im Verein verborgen geblieben, ehe Walter es entdeckt hatte. Womöglich wird der Außenstürmer mit der hohen Rückennummer 48 im Januar verkauft (Eintracht Frankfurt gilt als Favorit), spielt aber bis Saisonende noch in Hamburg, was für seine Entwicklung nach bislang nur neun Zweitligaspielen (keines über die volle Distanz) vermutlich gut wäre. Am besten mal bei Rodrigo Zalazar nachfragen.

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