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„Schalke ist keine tote Mannschaft“

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Von: Jan Christian Müller

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Will das Glück herbeiwinken: Schalke-Coach Thomas Reis.
Will das Glück herbeiwinken: Schalke-Coach Thomas Reis. © dpa

Mainz-Trainer Bo Svensson hat mächtig Respekt und ist Vorbild für den nächsten Gegner

Als Bo Svensson am 4. Januar 2021 Mainz 05 als Cheftrainer übernahm, stellte der Däne sich einem Himmelfahrtskommando. Sechs Punkte hatten die Nullfünfer erst aufs karge Konto geschaufelt, die Hinrunde war schon fast zu Ende. Ganz ähnlich geht es derzeit dem nächsten Gegner Schalke 04, der die Mainzer am Mittwochabend (20.30 Uhr/Sky) empfängt. Auch die Königsblauen haben nach 13 Spielen erst sechs Punkte gesammelt. Sie haben einen neuen Trainer, Thomas Reis, der ähnlich wie seinerzeit Svensson in Mainz nicht gleich wie selbstverständlich Spiele gewinnt. Stattdessen: 0:2 gegen Freiburg, 1:2 in Bremen - und doch sieht Reis ganz zufrieden aus.

Denn er hat ja Recht, dass seine Mannschaft gerade bei der Niederlage im Weserstadion sogar die bessere Mannschaft stellte. Das haben die Knappen in dieser Saison selten von sich behaupten dürfen. Aber in Bremen spielten sie mutig, attackierten früh. „Wir wollten eine Entwicklung sehen“, sagte Reis danach, „und das haben wir.“

Auch Kollege Svensson ist das nicht entgangen. „Schalke ist keine tote Mannschaft“, sagte er am Dienstag vor der Abfahrt in den Pott. Er erwartet, dass es in der Arena „emotional, hektisch und körperlich“ zugehen wird. Das sind genau die Zutaten, die Svensson auch bei Mainz 05 wieder reingebracht hat, als er seinerzeit ein Truppe übernahm, die kein Team mehr war.

Thomas Reis hat im Herbst 2022 auf Schalke ganz ähnliche Vorgaben formuliert wie Svensson im Winter 2021 in Mainz. „Es gilt, rigoros Zweikämpfe zu gewinnen und sich über jeden gewonnenen Zweikampf Selbstvertrauen zu holen.“ Schalke 04 müsse jene DNA auf den Platz bringen, die vom Umfeld erwartet werde. „Das heißt nicht, dass wir unseren Gegnern permanent ins Kreuz springen, aber logisch, wir wollen aggressiv sein, dazu gehört, dass der eine oder andere Zweikampf härter geführt wird.“

Das sind klare Ansagen, auf die Bo Svensson seine Mannschaft vorbereiten kann. Ähnlich positiv wie Reis das Gesehene nach der Schalker Niederlage in Bremen interpretierte, sah es auch Svensson nach der 0:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. „Meine ganz klare Meinung: Wir haben ein gutes Spiel gemacht.“ Und dann erinnerte der 05-Chefcoach ans Heimspiel davor, einem 5:0 gegen den 1. FC Köln. „Da haben wir zwar hoch gewonnen, aber die ersten 28 Minuten gegen Wolfsburg waren besser.“

Riesige Schuldenlast

Den Aufwand mit dem Ertrag besser zu verbinden, ist ergo Ziel beider Mannschaften am Mittwochabend. Der Schalker Vorstandschef Bernd Schröder blickte diese Woche in ein einem „FAZ“-Interview schon mal weiter und zog einen kühnen Vergleich: „Die Anfangsjahre der Erfolgsgeschichte von Eintracht Frankfurt sind ein gutes Beispiel für eine Entwicklung, wie wir sie uns vorstellen können. Die kamen auch aus der zweiten Liga und haben dann ein paar Jahre im Mittelfeld verbracht, wo sie sich erst mal gesundet und Kaderwerte aufgebaut haben. Erst danach kamen größere Erfolge.“ Schalke schleppt allerdings noch eine Schuldenlast von 180 Millionen Euro hinter sich her.

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