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Treffsicher: Der Schalker Stürmer Guido Burgstaller überwindet Leverkusens Torwart Lukas Hradecky.

FC Schalke 04

Gedanklich schon in der nächsten Saison

Der Schalker Sportvorstand Jochen Schneider kündigt größere Veränderungen an.

Jochen Schneider ist als Sportvorstand, der während der Spiele seines Klubs, dem FC Schalke 04, nicht in der Kabine auftaucht, auch nicht in der Halbzeitpause. Daher hatte sich der 48-Jährige zunächst einmal vergewissern müssen, was in den 15 Minuten zwischen Abschnitt und eins und zwei passiert war. „Ich habe nachgefragt“, berichtete Schneider in Anschluss an das 1:1 der Königsblauen bei Bayer Leverkusen, „aber Huub Stevens hat in der Pause ganz deutliche Worte gefunden. Die kamen auch an.“ Was die gute Nachricht aus Schalker Sicht war. Die schlechte: Der Sportchef und sein Trainer hatten zuvor eine S04-Mannschaft gesehen, die gedanklich wohl schon im Sommerurlaub war. „Das war zu Beginn etwas viel Freundschaftsspiel-Modus“, kritisierte Schneider.

So manch einer wird sich vielleicht über diese deutlichen Worte wundern, immerhin hat der abgestürzte Vizemeister den Klassenerhalt seit einer Woche sicher und könnte die Saison entspannt ausklingen lassen. Doch zum einen lässt sich das nicht mit dem Verständnis eines Manns wie Schneider vereinen. Zum anderen spielen die Spieler nicht nur dafür, um die eigenen Anhänger halbwegs zu versöhnen, sondern auch um ihre eigene Zukunft auf Schalke.

Wagner schaut genau hin

Zum Ende der vergangenen Woche hatte der Klub David Wagner als neuen Coach bekannt gegeben. Der ehemalige Trainer von Huddersfiel Town wird zusammen mit Schneider genau hinschauen. Daher hatte die Aufgabe in Leverkusen wie auch das letzte Saisonspiel am Samstag im eigenen Stadion gegen den VfB Stuttgart durchaus ihre Bedeutung für die Schalker Verantwortlichen. „Es ist wichtig zu sehen: Wer gibt in diesen Spielen, in denen es auf den ersten Blick um nicht mehr viel geht, noch 100 Prozent?“, sagte Schneider und fügte hinzu: „Dafür sind diese Begegnung extrem wichtig.“

„Wir sind dran“

Für die Profis ist es nicht nur ein sportlicher Test. Schneider kündigte für die Zukunft unter Wagner eine Mannschaft an, die das Heft des Handelns selbst in die Hand nimmt: laufintensiv, mit möglichst viel Tempo, zudem mit Charakter. Eine Tugend, auf die sie auf Schalke nun verstärkt achten werden. Dabei ist davon auszugehen, dass Schneider und Wagner sich bereits intensiv ausgetauscht und eine Bestandsaufnahme gemacht haben.

Inwieweit die letzten Partien tatsächlich noch ausschlaggebend sein werden, ist offen. Schneider deutete n an, dass einige Transfer-Überlegungen für den Sommer bereits weit vorangeschritten sind. „Wir haben das eine oder andere schon besprochen, wir sind dran“, sagte der Schalker Sportvorstand.

Wir, das sind bislang Wagner und er. Und künftig auch ein Sportdirektor sowie ein Kaderplaner, die noch kommen sollen, aber eben noch nicht fix gemacht wurden. „Es geht auch darum, dass wir einige Dinge, einige Rahmenbedingungen verändern wollen“, erklärte Schneider, ohne weiter ins Detail zu gehen: „Es kann sein, dass noch die eine oder andere Position dazukommt.“

Von Marcel Guboff

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