Schalke 04

Heidel muss liefern

Schalke bezahlt den Punktgewinn bei Hertha BSC teuer - drei neue Verletzte machen die Suche nach Verstärkungen noch dringender.

Domenico Tedesco sah noch etwas blasser aus als sonst. Dem leicht erkrankten Trainer vom FC Schalke 04 schlug das Auswärtsspiel am Freitagabend bei Hertha BSC zusätzlich auf den Magen. Mit dem 2:2 (2:2)-Endergebnis konnte Tedesco zwar gut leben, doch der Punkt war ziemlich teuer erkauft: Gleich drei verletzte Spieler dünnen den ohnehin schon relativ kleinen Kader weiter aus – und erhöhen damit den Druck auf Manager Christian Heidel im Transferendspurt.

Bis zum 31. Januar muss Heidel, der wegen seiner durchwachsenen, oder gar ziemlich schlechten Transferbilanz unter Beobachtung steht, zwei bis drei guteDeals einfädeln. Dass sich in Berlin Benjamin Stambouli (schwerer Jochbeinbruch), Alessandro Schöpf (Außenbandriss und Kapselverletzung im linken Knie) und Steven Skrzybski (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) verletzten und ausfallen werden, dürfte Heidels Verhandlungsposition mit Spielern und Vereinen nicht gerade stärken.

Stambouli wird mindestens bis Ende Februar fehlen, Schöpf gar acht bis zehn Wochen, während Skrzybski immerhin schon Mitte Februar wieder gegen den Ball treten dürfte. „Wir waren gut im Spiel, auch nachdem aufgrund von Verletzungen eine gewisse Hektik aufgekommen ist. Wir hatten einen Tick mehr vom Spiel“, sagte Tedesco.

Vor allem im Abwehrzentrum sieht der Trainer, der den Winterverkauf von Abwehrmann Naldo zur AS Monaco gerne verhindert hätte, ihn aber zu selten aufstellte, um den Publikumsliebling zum Bleiben zu überzeugen, den größten Handlungsbedarf. Zumal der bislang gesetzte Salif Sane gegen Hertha einen schwarzen Tag erwischte, es war eine der schwächsten Saisonleistungen des großen Mannes aus dem Senegal. „Wir haben nominell zwei Innenverteidiger“, sagte Tedesco: „Wenn wir einen holen, bin ich glücklich.“ Das wäre dringend nötig.

Ansehnliches Offensivspiel

Doch auch im Angriff drückt der Schuh, da Breel Embolo und Guido Burgstaller wohl noch lange verletzt ausfallen. Die „Bild“ berichtete, dass Heidel bei Atletico Madrid ein Angebot für den kroatischen Stürmer Nikola Kalinic, 31 Jahre alt, abgegeben habe. Dabei soll es sich um eine Leihe mit anschließender Kaufoption von etwa 15 Millionen Euro handeln.

Heidel hatte im Eurosport-Interview vor dem Anpfiff in Berlin aber betont, sich nicht mit Kalinic getroffen zu haben. Ansonsten wollte er keine Namen kommentieren. Zu den gehandelten Spielern zählt auch Rabbi Matondo aus der Zweitvertretung von Manchester City. Mit dem walisischen Flügelflitzer soll Schalke bereits so gut wie einig sein, Manchester aber das erste Angebot für den erst 18 Jahre alten Youngster abgelehnt haben.

Das Offensivspiel des ins Tabellenmittelfeld abgestürzten Vizemeisters aus Gelsenkirchen sah in Berlin aber auch ohne Verstärkungen zumindest phasenweise recht ansehnlich aus. Vor allem beim 2:1-Führungstreffer durch den deutschen Nationalspieler Mark Uth kurz vor der Pause zeigte sich, dass die Einheiten im Trainingslager in Benidorm durchaus Früchte getragen hatte. Uth war ohnehin einer im Schalker Team, der positiv auffiel. Der Angreifer war agil, und torgefährlich.

„So können wir weitermachen und dann zu Hause gegen Gladbach die drei Punkte holen“, sagte Uth mit Blick auf das schwierige Heimspiel gegen die Fohlen am kommenden Samstag. Dann dürften auch die ersehnten Neuzugänge dabei sein - wenn Christian Heidel bis dahin gute Arbeit leistet. (sid/FR)

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