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Schalke 04: Flackern im Leuchtturm

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Von: Jan Christian Müller

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Seit fünf Spielen ungeschlagen: Schalkes Thomas Ouwejan.
Seit fünf Spielen ungeschlagen: Schalkes Thomas Ouwejan. © dpa

Der FC Schalke 04 legt mit Rouven Schröder und Bern Schröder die Weichen für die Zukunft.

Aus gegebenem Anlass hat die just um den Wirtschaftsmathematiker Bernd Schröder als neuen Klubchef erweiterte Führungstroika des FC Schalke 04 am Dienstag zum Pressegespräch geladen. Schnell war zu erkennen: In so viele freudig erregte Gesichter auf dem Podium hat man bei den Knappen schon lange nicht mehr geschaut. Sportvorstand Peter Knäbel wirkte richtiggehend feierlich, als er gleich zum Auftakt feststellte: „Die zweite Liga lebt. Die zweite Liga bebt.“ Woran auch Schalke 04 einen gehörigen Anteil hat: „Kein Schalker muss sich mehr für sein Team, für die Leistungen auf dem Platz schämen.“

Das stimmt in der Tat. Seit mehr als zwei Monaten haben die Königsblauen kein Zweitligaspiel mehr verloren und wirken derart stabil, dass sie sich aus der dichtgedrängten Spitzengruppe nicht wieder abschütteln lassen. Das Team strebt mit einer für Zweitligaverhältnisse überragend besetzten Abwehr, einem wuseligen Mittelfeld und den Topstürmern Simon Terodde und Marius Bülter Richtung Tabellenspitze.

Sportdirektor Rouven Schröder hat eine Aufgabe gemeistert, die auch Herkules zur Ehre gereicht hätte. „Wir haben die Kaderkosten von über 80 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro senken können, sind damit aber trotzdem konkurrenzfähig“, berichtete Finanzchefin Christina Rühl-Hamers. Umso erleichterter sind sie auf Schalke, dass Rouven Schröder dem Werben von Borussia Mönchengladbacher erst einmal widerstand. „Er macht einen fantastischen Job“, sagte Knäbel, „er ist ein wichtiger Baustein unserer Zukunft.“ Knäbel ergänzte hoffnungsfroh zur zentralen Personalie Rouven Schröder: „Ich glaube nicht, dass es zu einem Sinneswandel kommen könnte.“ Man wird sehen.

Auch Trainer Dimitrios Grammozis hat seinen intern nicht ganz unumstrittenen Stellenwert als mitverantwortlicher Abstiegscoach stark aufgebessert. Er sei „absolut happy“ mit der Entwicklung, so Knäbel und lobte sich ein bisschen auch selbst: „Es ist ein großer Vorteil, wenn man den Leuten Zeit gibt.“

Vorstandschef Bernd Schröder schaute bei seinem ersten öffentlichen Auftritt weiter in die Zukunft: „Schalke muss wieder ein Leuchtturm sein.“ Eine in der Vergangenheit sträflich vernachlässigte Maßgabe dafür hat die für Finanzfragen verantwortliche Rühl-Hamers schon mal festgezurrt: „Wir geben nicht mehr Geld aus, als wir einnehmen,“

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