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Kehrt er zurück? Ralf Rangnick. Foto: dpa
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Kehrt er zurück? Ralf Rangnick.

Kommentar

Schalke 04: Argumente für Ralf Rangnick

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Schalke 04 muss in den Gremien schnell klären, ob man Ralf Rangnick ein drittes Mal holen will. Wenn nicht, ist diesem Traditionsverein wirklich nicht mehr zu helfen. Ein Kommentar.

Das Votum ist überwältigend. Rund 28 000 Unterstützer hatten am Sonntagmorgen bereits eine Petition unterzeichnet, die eine Verpflichtung von Ralf Rangnick als Sportvorstand des dahinsiechenden Bundesliga-Schlusslichts FC Schalke 04 vorsieht. Gleichzeitig brachten Schalker Fans an der Geschäftsstelle ein Spruchband mit der Aufschrift „Pro Neuanfang. Pro Rangnick“ an. Der derzeit ungebundene Trainer-Manager soll die Reset-Taste drücken, zugleich würden Vereinsfreunde einiges an Geld bereitstellen, was keine unwichtige Voraussetzung für einen Neuanfang wäre, der vermutlich in Liga zwei beginnen muss.

Zugleich wäre Rangnick, 62, schneller als möglicher Bundestrainer vom Markt als alle gedacht haben. Erstaunlich, dass beim Polarisierungsfaktor um die Person oft ausgeblendet wird, welche Referenzen der pedantische, aber stets auf Verbesserung zielende Schwabe mitbringt. Auf Schalke haben sie nicht vergessen, wie unter Rangnick vor zehn Jahren der DFB-Pokalsieg und der Einzug ins Champions-League-Halbfinale gelang.

Vermutlich hätte für den damals als Nachfolger von Felix Magath installierten Lehrmeister eine spannende Epoche beginnen können, wenn nicht der mit dem Hang zum Allesmacher ausgestattete Fleißarbeiter ein Burnout-Syndrom erlitten hätte. Klar, bei seinen Projekten mit der TSG Hoffenheim (2006 – 2011) und RB Leipzig (2012 – 2019) standen üppige Finanzmittel bereit, aber hier wie da schlug Rangnick parallel zum Bundesligaaufstieg gleich noch prägende Pflöcke beim Spielstil und bei der Kaderzusammenstellung ein. Heutige Leipziger Leistungsträger von Peter Gulacsi, Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg über Dayot Upamecano bis hin zu Emil Forsberg oder Yussuf Poulsen sind Rangnick-Entdeckungen, die teilweise schon zu Zweitliga-Zeiten zum Brauseklub kamen.

In dieser Zeitspanne hat Rangnick noch einen Erling Haaland in die Red-Bull-Welt geholt, brachte Timo Werner wieder ins Laufen und erspähte nicht zuletzt das Talent von Joshua Kimmich. Er hat das Auge, das Netzwerk und die Idee, solche Edelsteine aufzuspüren und zu schleifen.

Dabei setzt der Bessermacher auf Eigenverantwortung und Eigenantrieb. Lob und Tadel sind seine Erziehungsmethode. Nicht umsonst nennen zahlreiche Trainer heute noch Rangnick als ihren Orientierungspunkt. Dass der Vordenker für die Öffentlichkeit mitunter besserwisserisch rüberkommt und weder ein Menschenfänger noch Entertainer wie Jürgen Klopp ist, damit kann er gut leben.

Der königsblaue Chaosklub wäre ausgesprochen dumm, wenn er nicht Rangnicks Interesse nutzen würde. Der spürt nämlich sehr wohl, dass der Deutsche Fußball-Bund ihm das nicht geben will, was er braucht: volles Vertrauen in einem großen Verantwortungsbereich. Bei seinen Langzeitarbeiten war die Wertsteigerung bislang garantiert. Schalke muss in den Gremien schnell klären, ob man Rangnick ein drittes Mal holen will. Wenn nicht, ist diesem Traditionsverein wirklich nicht mehr zu helfen.

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