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Benedikt Höwedes, ehemals Schalke 04.
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Benedikt Höwedes, ehemals Schalke 04.

Schalke 04

Schäbig auf Schalke

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Benedikt Höwedes hat 335 Pflichtspiele für den FC Schalke 04 in der Liga bestritten. Wenn einer Schalker durch und durch war, dann er. Jetzt geht der ehemalige Kapitän. Ein Kommentar.

Benedikt Höwedes ist ein gutes Beispiel dafür, wie man es mit viel Fleiß, eisernem Willen, Disziplin und noch mehr Einsatz nach ganz oben schaffen kann in der Fußballbranche. Sogar bis zum Weltmeister. Dazu hat er 335 Pflichtspiele für den FC Schalke 04 in der Liga bestritten. Als 13-Jähriger kam er aus Haltern zu den Knappen, nie hat er für einen anderen Verein gespielt. Er hat sich identifiziert mit dem Klub, hat in 16 Jahren die Knochen hingehalten, davon sechs Jahre als Kapitän. Er war ganz sicher nicht der filigranste Kicker im Kader, aber einer, der immer alles in die Waagschale warf, einer zum Anfassen. Wenn einer Schalker durch und durch war, dann „Bene“ Höwedes. Und Schalker-Sein hieß für ihn, auch in schlechten Zeiten zum Verein zu stehen: Nach der miesen Saison unter Trainer Roberto Di Matteo hatte der mittlerweile 29-Jährige lukrative Angebote, die er allesamt ausschlug: Die schlechte Runde wollte er so nicht stehen lassen.

Benedikt Höwedes hätte diesen Klub, seinen Klub, freiwillig nie und nimmer verlassen, erst im Februar 2016 hatte er seinen Kontrakt bis 2020 verlängert. Nun flüchtet das Schalker Urgestein zu Juventus Turin. Auf Schalke ist er nicht mehr wohlgelitten. Domenico Tedesco, der neue Coach, seit knapp zwei Monaten im Amt, hat das Urgestein degradiert. Hat Höwedes, der sich nichts zuschulden hat kommen lassen, erst die Kapitänsbinde abgenommen, dann auf die Ersatzbank gesetzt. In den ersten beiden Spielen kam Höwedes nicht zum Einsatz.

Ein fader Beigeschmack

Natürlich ist es das gute Recht eines neuen Trainers, Strukturen aufzubrechen, neue Reizpunkte zu setzen, Veränderungen vorzunehmen. Dazu kann auch ein Wechsel  der Spielführerbinden zählen. Aber irgendwie bleibt in diesem Fall ein sehr fader Beigeschmack. Es drängt sich nämlich massiv der Verdacht auf, als habe da ein junger, unerfahrener Coach seine Macht demonstrieren und seine Autorität beweisen wollen. Bisher verfügt der gerade 31 Jahre alte Tedesco über die Trainererfahrung im Profibereich von zwei Monaten bei Erzgebirge Aue. Mit der Degradierung des Leaders wollte Tedesco offenbar Stärke zeigen. Die Botschaft an die Mannschaft soll wohl sein: Wenn er sich schon mit dem Kapitän und Platzhirsch anlegt, wird er auch bei den anderen wenig Federlesens machen. Guter Stil ist das nicht. Dass er dann aber Höwedes auch noch ein unsensibles „Reisende soll man nicht aufhalten“ hinterher ruft, einem Mann, der alles wollte, nur nicht Schalke verlassen, ist richtig schäbig.

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