+
Treffen mit dem linken Fuß, jubeln mit dem rechten Arm: Luca Waldschmidt.

SC Freiburg

Effizient in der Lärmhölle

Bundesligist Freiburg setzt sich dank Luca Waldschmidt gerade so bei Drittligist Magdeburg durch.

Luca Waldschmidt hatte den SC Freiburg kaum vor dem Erstrundenaus im DFB-Pokal bewahrt, da spekulierte der Torjäger schon vorsichtig über den Bonus für sich und seine Teamkollegen. „Es war keine souveräne Vorstellung, aber auch für die Fitness eine gute Einheit“, sagte Waldschmidt nach dem 120-minütigen Kraftakt beim 1. FC Magdeburg und fügte scherzend hinzu: „Vielleicht muss ich den Fitnesstrainer nochmal drauf aufmerksam machen, damit er es in der nächsten Woche ein bisschen ruhiger angehen lässt.“

Sein Tor in der Frühphase der Verlängerung (93.) hatte dem Bundesligisten das mühevolle 1:0 (0:0) beim tapfer kämpfenden Drittligisten beschert und sein Team vor einer unangenehmen Überraschung bewahrt.

Dem SC fehlen die Ideen 

Die Breisgauer hatten deshalb gleich doppelten Grund zum Durchatmen. Zum achten Mal nacheinander steht der SCF in der zweiten Runde. Und: Shootingstar Waldschmidt, mit sieben Treffern umjubelter Torschützenkönig bei der U21-EM im Juni, hat das Toreschießen im wohlverdienten Sommerurlaub nicht verlernt. „Es ist schön, so reinzustarten. Das Wichtigste ist aber, dass wir die Runde weitergekommen sind“, sagte Waldschmidt.

Ob sich der Wunsch des 23-Jährigen nach ein wenig Milde im Training erfüllt, bleibt abzuwarten. Konditionell war Freiburg nach wochenlanger Vorbereitung auf der Höhe. Spielerisch waren die Defizite eine Woche vor dem Bundesligastart gegen den FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) aber nicht zu übersehen. Über die gesamte Spieldauer leistete sich Freiburg zu viele Fehlpässe, agierte insgesamt zu träge, und in der Offensive fehlten die Ideen. Waldschmidt, der sich immer wieder ins Mittelfeld fallen ließ, und vor allem Nils Petersen im Angriff waren über weite Strecken abgemeldet.

„Die Magdeburger haben die Räume in der Mitte gut zugemacht“, sagte Waldschmidt, dessen „einziger Abschluss im Spiel“ sein Ziel fand. Trainer Christian Streich erkannte den „fehlenden Rhythmus“ seiner Mannschaft, die sich gegen einen Gegner schwertat, der in der dritten Liga immerhin schon vier Spiele absolviert hat.

„Es war ein vollständig ausgeglichenes Spiel. Magdeburg hat uns alles abverlangt“, sagte Streich. Vom Gegner, besonders aber von den Magdeburger Fans war Streich dabei verblüfft. „Ich bin heiser. Hier ist es extrem laut. Ich war selten in einem Stadion, das so laut war“, sagte Streich rund eine halbe Stunde nach Spielende: „Hätte ich das gewusst, hätte ich Ohrstöpsel mitgebracht. Das ist der Wahnsinn. Ich höre kaum noch was.“

Die Anerkennung nahm Magdeburgs Trainer Stefan Krämer schmunzelnd zur Kenntnis. Die Enttäuschung minderte sie nicht. „Ich kann den Jungs eigentlich überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie haben alles rausgeknallt“, sagte Krämer: „Die eine Szene, die das Spiel entscheidet, zeigt, wie viel Qualität ein Bundesligist dann hat.“ Und Luca Waldschmidt. Die Magdeburger hatten einmal mit Risiko das Zentrum geöffnet, und gleich kombinierte der Sport-Club sich sehenswert hindurch, bis die Kugel am vertrauenswürdigen linken Fuß Waldschmidts lag. Direkt neben dem Pfosten ging der Ball ins Tor. (sid/FR)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion