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Salihamidzic auf dem Prüfstand

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Von: Ingo Durstewitz

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Bye bye Bayern. Robert Lewandowski scheint auf dem Absprung.
Bye bye Bayern. Robert Lewandowski scheint auf dem Absprung. © dpa

Robert Lewandowski will gehen, die Bayern handeln richtig, dem Stürmer nicht noch mehr Gehalt zu bieten - aber finden sie einen geeigneten Nachfolger? Ein Kommentar.

Über die Bedeutung von Robert Lewandowski für den Abonnementmeister Bayern München muss an dieser Stelle nicht ausschweifend schwadroniert werden. Wer in 373 Pflichtspielen unfassbare 343 Tore erzielt, wer sieben Mal die Kanone für den besten Bundesligaschützen holt, wer pro Saison für fast 50 Buden gut ist, ja, der ist das, was man unverzichtbar nennen könnte. Genau das ist der Casus knacksus.

Nun werden sich die Wege nämlich trennen – entweder schon in diesem Sommer oder nach dem regulären Vertragsende 2023. Mittlerweile glaubt indes kaum noch jemand rund um die Säbener Straße, dass der 33-Jährige sein letztes Vertragsjahr bei den Bayern antreten wird. Lewy will weg, und wer weg will, wird nun mal schnell zum Störfaktor mit Stinkstiefelpotenzial.

Es spricht vieles dafür, dass es den Ausnahmestürmer zu den stolzen Katalanen nach Barcelona zieht, die zwar einen gigantischen Schuldenberg von mehr als 1,3 Milliarden Euro aufgetürmt haben, sich aber neulich erst in der zweitklassigen Europa League von einem Mittelgewichtler aus Frankfurt haben vorführen lassen müssen. Das passt nicht zum Selbstverständnis Barcas, weshalb der Weltklub willens ist, eine Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro zu überweisen und den Spieler mit einem Salär von rund 35 Millionen Euro per annum (zehn mehr als bei den Bayern) auszustatten. Macht einen Tagesverdienst von fast 100 000 Euro. Damit sind zwei warme Mahlzeiten drin.

Eigentlich haben die Bayern im Fall Lewandowski verantwortungsvoll gehandelt. Es ist nur konsequent, ihm keinen längerfristigen Vertrag anzubieten und das eh schon üppige Gehalt nicht noch mal aufzustocken – gerade nach den Corona-Einschlägen. Der Torjäger wird 34, und jünger werden selbst die besten Spieler nicht. Da ist es richtig, eine Verjüngung einzuleiten. Das Problem ist nur: Wer soll den Torjäger ersetzen, wer soll nur annähernd so viele Tore garantieren? Schon diese Saison – mit Lewandowski – war eine herbe Enttäuschung.

Das wird eine Herkulesaufgabe für die Bayern, die auf dem Transfermarkt ohnehin unglücklich agieren. Den Abgang von David Alaba etwa konnten sie nicht mal im Ansatz kompensieren, wie soll das dann bei einem der besten Stürmer der Welt gehen? Es kommt einiges zu auf Hasan Salihamidzic, der beweisen muss, dass er den Verein auf dem höchsten Niveau halten kann. Sein Vertrag endet 2023 – nun steht er mehr denn je auf dem Prüfstand.

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